Mobilitätsratschlag

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Einladung zum Austausch zur neuen Lage in der Frankfurter Verkehrspolitik 

Wann? 11. November 2026, 19:30 Uhr

Wo? Gewerkschaftshaus, Willi-Richter-Saal, Wilhelm-Leuschner-Str. 69-77

Nach dem Wahlkampf kündigte die CDU einen „pragmatischen Kurswechsel“ an und will Radwege auf sogenannten „Staustraßen“ überprüfen. Was bedeutet das für die Mobilitätswende in Frankfurt? Wir möchten Aktive und Organisationen aus der Frankfurter Mobilitätspolitik zusammenbringen, um die neue Lage einzuschätzen, Widersprüche und Konflikte zu diskutieren und Erfahrungen auszutauschen. Vor allem wollen wir überlegen, wie wir uns besser vernetzen und von links gemeinsam Druck für eine soziale, ökologische und gerechte Mobilität machen können. Wir freuen uns auf euch!

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Unterstützung der Forderung von Medizinstudierenden nach einer fairen Vergütung ihres Praktischen Jahres

Über 500 Medizinstudierende aus Frankfurt, Marburg und Gießen demonstrierten am Donnerstag in Frankfurt für eine faire Vergütung für ihr Praktisches Jahr.

„Die Forderungen sind vollkommen berechtigt“, kommentiert Dominike Pauli, gesundheitspolitische Sprecherin der Fraktion Die Linke im Römer. „399 Euro im Monat für Vollzeitarbeit sind bei den Lebenshaltungskosten in Frankfurt ein schlechter Scherz. Das können sich nur diejenigen leisten, die von ihren Eltern auskömmlich ausgestattet werden. Das Geld wird zudem auf das BAföG angerechnet, das allein heutzutage nicht mehr zum Leben in Frankfurt ausreicht. Studierende werden dadurch faktisch gezwungen, neben Vollzeitarbeit im Krankenhaus zusätzliche Schichten zu übernehmen. Das ist weder zumutbar noch verantwortbar“, so Pauli weiter.

Gerade weil das Praktische Jahr am Ende des Studiums liegt, wiege die Belastung besonders schwer. Pauli abschließend: „Wer wegen eines Nebenjobs ohnehin länger studieren muss, verliert unter Umständen den Anspruch auf BAföG, fällt aus der Familienversicherung heraus und verliert seinen Wohnheimplatz. Wenn im Praktischen Jahr faktisch ohne nennenswertes Einkommen gearbeitet werden muss, können Bildungskarrieren ohne Not scheitern. Diesen verschwenderischen Umgang mit potenziellen Ärzt:innen können wir uns nicht leisten. Das Medizinstudium darf keine Frage des Elternhauses sein. Da muss die Politik dringend handeln!“

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Kleinmarkthalle muss endlich saniert werden

Wirtschaftsdezernent und Bürgermeister Dr. Nils Kößler (CDU) hat im vergangenen Wirtschaftsausschuss vom 27. Oktober 2026 verkündet, dass sich die seit zwanzig Jahren geplante Sanierung der Kleinmarkthalle noch hinausziehen wird. Dies kritisiert Dominike Pauli, wirtschaftspolitische Sprecherin der Linksfraktion im Römer:

„Dass die Stadtgesellschaft nun schon seit zwanzig Jahren auf eine Sanierung der Kleinmarkthalle wartet, ist schwer nachzuvollziehen. Nicht nur ist sie Teil der Geschichte Frankfurts, sie ist zugleich Arbeitsplatz, Tourist*innenmagnet und Treffpunkt der Frankfurter*innen. Die Ankündigung des neuen Bürgermeisters und Wirtschaftsdezernenten Kößler (CDU), dass Bürger*innen und Händler*innen noch länger auf die Sanierung der Kleinmarkthalle warten müssen, ist gänzlich unverständlich“, so Pauli.

Die Argumente Kößlers, dass die Sanierung nochmal teurer sein wird als vorveranschlagt und man deshalb über die Durchführung neu beraten müsse, sei unangebrachte Sparrhetorik. „Die Stadt Frankfurt ist eine der reichsten Kommunen Deutschlands, sie verfügt über ein Eigenkapital in Höhe von 12 Milliarden Euro und hat Stand Ende August 2026 bereits 3,2 Milliarden Euro an Steuern eingenommen“, so Pauli. „Unabhängig davon, ob eine Sanierung der Kleinmarkthalle nun 30 oder 45 Millionen Euro kosten würde, die Stadt kann und muss es sich leisten. Insbesondere vor dem Hintergrund der Milliardengewinne, die Frankfurter Konzerne, wie tagesaktuell die Deutsche Bank, einstreichen, hinkt das CDU-Argument des Sparzwangs. Sollte sich die CDU tatsächlich Sorgen um städtische Einnahmequellen machen, müsste sie nur den Hebesatz für die Gewerbesteuer, die eine reine Gewinnsteuer ist, anheben. Zum Beispiel auf das Niveau von München, Köln oder Hamburg.“

Pauli abschließend: „Wir als Linksfraktion fordern die sofortige und unbürokratische Sanierung der Kleinmarkthalle. Das Fortbestehen dieser Frankfurter Institution darf nicht dem CDU-Spardiktat zum Opfer fallen. Darüber hinaus setzen wir uns für eine gerechtere Umverteilung der Profite des Finanzstandorts Frankfurt ein, um elementare Sanierungsprojekte von Infrastruktur und Kulturorten auch in Zukunft auskömmlich zu finanzieren.“

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Großspurige Neubaupläne des Eintrachtvorstands für ein Mega-Stadion in Frankfurt stoppen

Der Vorstandssprecher der Eintracht Frankfurt hat unlängst verkündet einen Aus- bzw. Neubau des Deutsche-Bank-Parks zu forcieren. Die Kapazität des Stadions soll von 60.000 Zuschauenden auf 80.000 ausgebaut werden. Dazu äußert sich Michael Müller, finanzpolitischer Sprecher und Fraktionsvorsitzender der Linken im Römer:

„Das Eintracht-Stadion ist zu 100 Prozent im Besitz der Stadt Frankfurt und hat gerade erst eine Ausweitung der Sitzplatzkapazitäten erfahren. Das scheint Herr Hellmann gern zu vergessen, wenn er von den übertriebenen Plänen berichtet, die Kapazität des Stadions auf mehr als 80.000 Plätze auszuweiten und dabei sogar einen Neubau des Stadions in Betracht zieht.“

Diese Gedankenspiele würden von einer gewissen Ignoranz und Größenwahn zeugen, so Müller. „Der Deutsche-Bank-Park, besser gesagt, das Waldstadion, ist eine Institution und gehört zu der Historie der Eintracht ebenso wie zu der Stadtgeschichte Frankfurts. Komplett unbegründete Forderungen nach einem Neubau sollten Eintracht-Fans genauso schockieren, wie Bürger*innen, die es mit der Gesundheit des Stadtwalds halten. Ein Neu- bzw. Umbau ist unweigerlich mit großen ökologischen Eingriffen in den Wald verbunden. Dieser ist bereits in einem schlechten Zustand und wird zukünftig schon genug von dem Neubau der Multifunktionsarena beansprucht werden, welche wiederum eine Zuspitzung der ohnehin angespannten Verkehrssituation mit sich bringen wird.“

Müller abschließend: „Für uns als Linke im Römer sind die Um- bzw. Neubaupläne des Eintrachtstadions nicht nachvollziehbar. Nicht nur ökologisch sind sie mehr als fragwürdig, auch Fragen der Finanzierung sind völlig unklar. Wir fordern den Oberbürgermeister und Sportdezernenten Mike Josef (SPD) daher auf, Vorstandssprecher Hellmann in den Sportausschuss einzuladen. Eindeutig für Die Linke ist: Es gibt Klärungsbedarf, was die eigenmächtigen Pläne der Eintracht angeht.“

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Ankauf von Belegrechten: ja, höhere Einstiegsmieten: nein

Die Stadt Frankfurt plant eine Überarbeitung der Förderprogramme für den Erwerb von Belegrechten. Neben einer stärkeren finanziellen Beteiligung durch das Land Hessen, sieht die Stadt eine Erhöhung der Einstiegsmieten für das städtische Förderprogramm vor. Die Linksfraktion fordert in einem Antrag, dass die Einstiegsmieten nicht erhöht werden. Dazu äußert sich Deniz Avan, wohnungspolitischer Sprecher der Linken im Römer wie folgt:

„Die Erhöhung der Einstiegsmieten um 20 Prozent für Sozialwohnungen beim Erwerb von Belegrechten ist untragbar. Für Belegrechte im Neubau beträgt die Erhöhung der Einstiegsmieten sogar 30 Prozent bzw. 40 Prozent bei einem höheren Energiestandard. Während immer mehr Menschen mit steigenden Lebenshaltungskosten kämpfen, sollen nun ausgerechnet jene, die am dringendsten auf bezahlbaren Wohnraum angewiesen sind, zusätzlich belastet werden. In Sozialwohnungen leben Menschen, die jetzt schon an allen Enden sparen müssen. Eine 50 Quadratmeter Sozialwohnung könnte künftig mindestens 50 Euro mehr im Monat kosten. Das sind 50 Euro monatlich weniger zur Verfügung. Diese Maßnahme bedeutet in der Praxis: Mehr Armut und mehr soziale Spaltung. Sozialwohnungen sind die letzten, die teurer werden dürfen.“

Avan begrüßt die Verbesserung der Förderkonditionen: „Belegrechte sind ein wichtiger Baustein, um dem Ziel, 10.000 neue Sozialwohnungen bis 2031 zu schaffen, zu erreichen. Diese Zielmarke haben wir als Linke in den Haushalt 2026 hineinverhandelt. Angesichts der trägen Bautätigkeit und begrenzt verfügbaren Baugebiete ist dieses Ziel nur durch den Ankauf von Belegrechten zu schaffen. Wie Kämmerin Susanne Serke (CDU) in einem Interview mitteilte, gilt der Haushaltsbeschluss von 2026. Allerdings darf dieses Ziel nicht auf Kosten der Mieter*innen erreicht werden. Vor allem nicht, wenn es sich um ein städtisches Förderprogramm handelt, bei dem die Stadt die volle Handhabe hat. Zudem müssen die jährlichen Mittel auf mindestens 15 Millionen Euro erhöht werden, um deutlich mehr Belegrechte überhaupt kaufen zu können.“

Angesichts der großen Not am Wohnungsmarkt sei eine längere Bindungsdauer erforderlich. Avan abschließend: „Wenn Sozialwohnungen ihre Bindungen verlieren, beginnt oftmals eine Spirale der Mieterhöhungen und Existenzängste, da Mieten wieder zu Marktpreisen vermietet werden. Städtisch geförderte Wohnungen benötigen daher eine deutlich längere Bindung von mindestens 40 Jahren.“

Die Vorlage M 127/2026 zur „Neuordnung der Förderlandschaft zum Erwerb von Belegungsrechten“ sowie der Hinzuantrag der Linksfraktion wird im heutigen Planungsausschuss am 27.10. um 17 Uhr im Raum 307 (Bethmannstr. 3) diskutiert.

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Offener Brief: Freiheit für das iranische Volk – keine politische Stellvertretung durch Reza Pahlavi

Sehr geehrter Herr Saebisch, sehr geehrte Damen und Herren der Friedrich-Naumann-Stiftung,

wir lehnen Ihre Einladung zur Verleihung des Freiheitspreises 2026 am 7. November in der Frankfurter Paulskirche entschieden ab. Wir protestieren gegen Ihre Entscheidung, Reza Pahlavi den Preis stellvertretend für das iranische Volk entgegennehmen zu lassen.

Die Würdigung der Menschen, die im Iran seit Jahrzehnten für Freiheit, Demokratie und Selbstbestimmung kämpfen, begrüßen wir ausdrücklich. Doch Reza Pahlavi verfügt über kein demokratisches Mandat, das iranische Volk zu vertreten. Seine politische Rolle ist innerhalb der iranischen Opposition hoch umstritten.

Als Sohn des letzten Schahs steht Pahlavi zudem in einer besonderen historischen Verantwortung. Unter der Herrschaft seines Vaters wurden Oppositionelle verfolgt, gefoltert und ermordet. Eine klare Distanzierung von den Menschenrechtsverletzungen unter der Herrschaft seines Vaters steht bis heute aus. Besorgniserregend sind auch Berichte über Drohungen, frauenfeindliche Anfeindungen und gewaltsame Übergriffe durch Teile seiner Anhängerschaft gegen Journalist*innen und andere Oppositionelle. Gerade wer Freiheit und Demokratie für sich beansprucht, muss sich an seinem Umgang mit Kritik und politischer Vielfalt messen lassen.

Wer das iranische Volk ehren will, darf nicht eigenmächtig bestimmen, wer für dieses Volk sprechen soll.

Die Proteste gegen diese Entscheidung reichen inzwischen von Initiativen der iranischen Diaspora bis zu zahlreichen Persönlichkeiten aus Politik, Wissenschaft und Menschenrechtsarbeit über Parteigrenzen hinweg. Auch uns erreichen entsprechende Schreiben. Dieser breite Widerspruch darf nicht übergangen werden.

Unser Verständnis von Freiheit erschöpft sich nicht im Austausch politischer Eliten. Frauen, Gewerkschafter*innen, Studierende und Angehörige ethnischer und religiöser Minderheiten kämpfen im Iran gegen Unterdrückung, patriarchale Gewalt und soziale Ungleichheit. Internationale Solidarität muss diese emanzipatorischen Bewegungen stärken, statt einzelne Führungsfiguren zu privilegieren.

Besonders problematisch ist die symbolische Aufladung der Preisverleihung in der Frankfurter Paulskirche, einem Ort der demokratischen Revolution von 1848. Hier einem nicht demokratisch legitimierten Politiker die Rolle des Vertreters eines ganzen Volkes zuzuschreiben, widerspricht dem Anspruch auf Volkssouveränität und Selbstbestimmung, für den dieser Ort steht.

Als gewählte kommunale Mandatsträgerinnen werden wir dieser Inszenierung durch unsere Anwesenheit keine zusätzliche Legitimität verleihen. Wir fordern die Friedrich-Naumann-Stiftung auf, von der Übergabe an Reza Pahlavi Abstand zu nehmen. Wir schließen uns der Forderung aus der iranischen Zivilgesellschaft an, den Preis bis zur Übergabe an demokratisch legitimierte Vertreterinnen des iranischen Volkes selbst zu verwahren.

Die Zukunft des Iran gehört den Menschen, die dort leben und für ihre Freiheit kämpfen. Nicht den Mullahs, nicht einem Schah und nicht einer deutschen Stiftung.

Nah Pahlavi, nah Rahbari. Jin, Jiyan, Azadî.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Daniela Mehler-Würzbach, Fraktionsvorsitzende

Ayse Dalhoff, Mitglied des Präsidiums der Stadtverordnetenversammlung

Margarete Wiemer, Stadträtin

für Die Linke im Römer

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Haushaltsbeschlüsse 2026 sind rechtsverbindlich – Frankfurt-Zulage muss kommen

Die Liga der Freien Wohlfahrtspflege Frankfurt fordert das Aus der rechtskräftig im Haushalt 2026 verankerten Arbeitsmarktzulage für Beschäftigte des Erziehungsdiensts. Michael Müller, Fraktionsvorsitzender und finanzpolitischer Sprecher der Linksfraktion im Römer kritisiert:

„Die Arbeitsmarktzulage für Beschäftigte im Erziehungsdienst ist genauso unabdingbar wie die Frankfurt-Zulage für städtische Angestellte. Deren Entlastung ist seit Jahren überfällig und darüber hinaus längst rechtskräftig beschlossene Sache.“

Die Forderung der LIGA Frankfurt sei argumentativ blass und für einen Zusammenschluss sozialer Träger, gerade in deren Verantwortlichkeit für zahlreiche Beschäftigte des Sozialsektors, völlig unverständlich und irritierend. „Für sehr viele Menschen in Frankfurt sind die galoppierenden Lebenshaltungskosten schon lange nicht mehr tragbar. Ob es die hohen Mietkosten oder die steigende Inflation sind, das Leben in Frankfurt ist für Viele kaum noch bezahlbar. Dort wo die Stadt eine Handhabe hat, muss sie für finanzielle Entlastung sorgen. Das erwarten die Frankfurter*innen von ihrer Stadtregierung. Genau hier setzen die Zulagen an. Sie wurden von den Beschäftigten erkämpft, im Haushalt 2026 rechtsverbindlich beschlossen und müssen schnellstens und vor allem auch rückwirkend ausgezahlt werden“, so Müller weiter.

Die neue Kämmerin der CDU, Frau Serke, habe sich öffentlich zur Beschlusslage im Rahmen des Haushalts 2026 bekannt. Müller abschließend: „Hier jetzt einzelne Bestandteile rückabwickeln zu wollen, wäre zutiefst undemokratisch. Der Magistrat hat von der Stadtverordnetenversammlung den politischen Auftrag erhalten, die Zulagen rechtssicher umzusetzen. Alle rechtlichen Bedenken wurden schon vor diesem Beschluss vollständig ausgeräumt. Wir als Linksfraktion haben nicht nur für die Zulagen gekämpft und diese mitbeschlossen. Wir haben von Anfang an auch betont, dass dies erst der Anfang sein kann. Es muss mehr Entlastungen geben, für alle Angestellten und insbesondere für die in niedrigen Lohnsektoren und Tarifgruppen. Müde Ausreden und unverständliche Forderungen, die Zulagen auszubremsen, lassen wir nicht durchgehen. Der Magistrat muss die Beschlüsse aus dem Haushalt 2026 schleunigst umsetzen, das ist schlicht und einfach seine demokratisch legitimierte Aufgabe.“

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Auf die Straße für „Gen Z Proteste“ – Kriminalisierung entschieden entgegentreten

Für den 31. Oktober 2026 ruft die Initiative „Gen Z steht auf“ zu bundesweiten Protesten auf. Insgesamt soll in 21 Städten demonstriert werden. Auch in Frankfurt am Main wollen junge Menschen auf die Straße gehen, um für bessere Bildung, ein bezahlbares Leben und gegen die Wehpflicht zu protestierten.

Dazu erklärt Benjamin Aličić, bildungspolitischer Sprecher der Linksfraktion im Römer: „Viel zu lange sind die Interessen junger Menschen von der Politik ignoriert worden. Angefangen bei maroden Schulen, fehlenden Zukunftsperspektiven, steigenden Lebenskosten bis hin zur Wiedereinführung der Wehrpflicht und des drohenden Klimakollapses, gibt es zahlreiche Gründe, warum diese Generation jetzt die soziale Frage stellt. Die Politik würde gut daran tun, die Forderungen wirklich ernst zu nehmen, anstatt sie bereits im Vorfeld zu kriminalisieren. Denn hier geht es um massive gesellschaftliche Missstände, die uns alle betreffen, nicht nur die Gen Z.“

Nachdem die Initiative zu Protesten aufgerufen hatte, warnten unter anderem der hessische Innenminister Roman Poseck (CDU) sowie der Landesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft Alexander Glunz vor „französischen Zuständen“ in Frankfurt.

Hierzu kommentiert Alexis Passadakis, Sprecher für Klimagerechtigkeit der Linksfraktion: „Poseck malt im Vorfeld der angemeldeten Demonstration aus der Luft gegriffene Schreckensszenarien an die Wand. Brutale Attacken der Polizei auf Schüler*innen, die in Frankreich zu hunderten von Verletzten geführt haben – darunter ein Jugendlicher, der eine Hand verloren hat – lässt er vollkommen außer Acht. Stattdessen stünde es einem hessischen Innenminister gut zu Gesicht, Schüler*innen, die unter anderem gegen Kürzungen im Bildungsbereich und mehr Schutz gegen Hitze demonstrieren wollen, zu versichern, dass er ihr Versammlungsrecht gegen Polizeigewalt schützen wird. Es wäre angemessen, dass sich Poseck besorgt über die Menschenrechtslage in Frankreich äußert anstatt hier Bürger*innen, die ihre demokratischen Rechte wahrnehmen wollen, einzuschüchtern und mit Gewalt zu drohen.“

Abschließend ruft Aličić zur Solidarität mit den Protesten auf: „Es ist an der Zeit, dass nicht nur die Gen Z, sondern Menschen aller Altersgruppen, gegen die desaströse Politik der Bundesregierung auf die Straße gehen. An allen Ecken und Enden wird unsere Zukunft kaputtgespart, während ein paar wenige immer reicher werden. ‚Gen Z steht auf‘ zeigt, dass junge Menschen weder Kanonenfutter sein wollen, noch länger die krasse soziale Ungleichheit tolerieren werden. Das lassen wir uns nicht gefallen.“

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Urteil gegen Eon: Mainovas Fernwärmepreise auf den Prüfstand

Nach dem Urteil des Oberlandesgerichts Hamm gegen Eon fordert die Fraktion Die Linke auch die Preisberechnung der Mainova bei der Fernwärme umgehend zu prüfen. Das Gericht hatte Preiserhöhungen in drei Versorgungsgebieten, u. a. wegen einer zu starken Gewichtung von Erdgaspreisindizes, für unwirksam erklärt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Die Fernwärmepreise in Frankfurt sind 2025 um 25 bis 36 Prozent gestiegen, zum 1. Oktober 2026 erhöhte Mainova AG sie erneut um durchschnittlich 4,9 Prozent. Gleichzeitig erzielte der Konzern 2025 ein bereinigtes Ergebnis von 252,4 Millionen Euro und damit sein bestes operatives Ergebnis jemals.

In ihrer Preisformel für Fernwärme gewichtet die Mainova AG die Gaskosten im Arbeitspreis mit 61,6 Prozent. Alexis Passadakis, Sprecher für Klimagerechtigkeit der Linksfraktion im Römer, fordert: „Wenn ein Gericht die starke Gewichtung der Gaspreise bei Eon beanstandet, muss auch die Preisformel der Mainova unverzüglich unabhängig überprüft werden. Die Stadt muss als Mehrheitseignerin handeln und für Transparenz sorgen. Die Frankfurter*innen haben ein Recht auf nachvollziehbare Heizkosten. Allein im Bereich der Fernwärme hat die Mainova 2025 einen Gewinn in Höhe von 70 Millionen Euro erzielt. Die massiven Preiserhöhungen der Mainova verschärfen die soziale Schieflage in der Stadt und delegitimieren die notwendige Wärmewende.“

Passadakis kritisiert zudem: „Frankfurt will bis 2035 klimaneutral werden. Die Gaskosten machen noch immer knapp zwei Dritteln bei der Fernwärme aus. Dieser dominante Fokus der Mainova auf fossilem Gas ist ein klimapolitisches Desaster. Neben den negativen Klimaauswirkungen unterliegen die fossilen Energieträger aufgrund der aktuellen Weltwirtschaftslage starken Preisschwankungen. Gerade angesichts der aktuellen Gaspreisentwicklung sollte uns das ein deutliches Warnsignal sein. Die große Abhängigkeit zeigt, wie dringend der Abschied vom Gas vorangetrieben werden muss, statt die Frankfurter Haushalte in der Gaskostenfalle sitzen zu lassen.“

Die Linksfraktion fordert den Magistrat auf, eine unabhängige rechtliche und wirtschaftliche Prüfung von Mainovas Preisformel zu veranlassen. „Darüber hinaus schließen wir uns den Forderungen der Verbraucherzentrale nach einer Preisobergrenze für Fernwärme, die sich an den Kosten von Wärmepumpen orientieren. Zudem ist eine bundeseinheitlichen Preisaufsicht nötig, um Preissteigerungen zu kontrollieren und zugleich die Bezahlbarkeit von Fernwärme zu gewährleisten.  Fernwärme ist öffentliche Daseinsvorsorge. Sie muss transparent, bezahlbar und konsequent auf erneuerbare Energien ausgerichtet sein.“

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Schwarz-rote Kürzungspolitik trifft Goethe-Universität Frankfurt hart

Aus Berichten von FAZ und FR geht hervor, das Präsidium der Goethe-Universität Frankfurt plant einen rigorosen Umbau der Hochschule. Zentrales Vorhaben des sogenannten „Rahmenkonzepts“ ist die Reduzierung der 16 Fachbereiche auf lediglich sieben. Es stehen 60 Professuren auf dem Spiel, die künftig wegfallen könnten.

Dazu erklärt Heike Leitschuh, Stadtverordnete der Linken im Römer und Mitglied im
Ausschuss Kultur und Wissenschaft: „Der drohende Wegfall von 60 Professuren ist eine
bildungspolitische Katastrophe und völlig unverantwortlich. Gestern noch hat sich der frisch wiedergewählte Präsident der Goethe-Universität Frankfurt Enrico Schleiff in einem
Interview für den Erfolg der Hochschule beim Bund-Länder-Förderprogramm
‚Exzellenzstrategie‘ feiern lassen. Im gleichen Atemzug wird über andere Stelle bekannt
gegeben, was eine auf Exzellenz ausgerichtete Hochschulpolitik für die breite Wissenschaft
bedeutet: einen kompletten Kahlschlag. Die Hochschule derart kaputtzusparen wird
schwerwiegende wirtschaftliche und gesellschaftliche Folgen für unsere Zukunft haben.
Auffällig ist, dass gerade bei den Sozialwissenschaften besonders viel gekürzt wird. Vor
dem Hintergrund der gesellschaftlichen Polarisierung und des Verlusts an
gesellschaftlichem Zusammenhalt braucht es jedoch dringend die Expertise qualifizierter
Sozialwissenschaftler*innen.“

„Natürlich ist es die Hessische Landesregierung, welche die Unterfinanzierung der
Hochschulen zu verantworten hat“, so Leitschuh weiter. „Angesichts der drastischen
Kürzungen des Budgets der hessischen Hochschulen um 30 Millionen Euro, steht das
Frankfurter Präsidium vor einer unliebsamen Aufgabe. Gerade jetzt bedarf es eines
demokratischen Austauschs zwischen Studierenden, Lehrkräften und Angestellten. Zu
Recht kritisiert der AStA der Goethe-Universität die fehlende Kommunikation seitens des
Präsidiums, wenn Studierende und Lehrende vom Vorhaben aus der Zeitung erfahren.“

Leitschuh abschließend: „Letzten Endes sind die Entwicklungen hier in Frankfurt – und
anderswo – Ergebnis politischer Fehlentscheidungen in Wiesbaden und Berlin. Zum einen
ersetzt Exzellenzförderung keine auskömmliche Grundfinanzierung, zum anderen werden
Milliarden von Euro in Militär und Aufrüstung gepumpt, die in den Bereichen Wissenschaft Bildung und Soziales dringend fehlen. CDU und SPD müssen ihren Hochschulpakt grundlegend überarbeiten, statt die Hochschulen zu immer neuen Einschnitten zu zwingen.“

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