Auf die Antwort des Magistrats zu fehlenden Wärmemengenzählern in Mainova-Siedlungen äußert sich Deniz Avan, wohnungspolitischer Sprecher der Linken im Römer wie folgt:
„Monatelanger Druck von unten zeigt endlich Wirkung und hunderte Mieter*innen erhalten Erstattungen für falsch abgerechnete Heizkosten. Wir begrüßen die Entscheidung der Mainova, dass betroffene Haushalte ohne Wärmemengenzähler proaktiv – ohne einen Antrag stellen zu müssen – pauschal 15 Prozent der gezahlten Heizkosten zurückgezahlt bekommen. Die Rückerstattungen gelten für den Zeitraum von 2022 bis 2027. Das ist ein riesiger Erfolg für die vielen mutigen Mieter*innen, die sich gegen falsche Heizkostenabrechnungen gewehrt haben. Das zeigt: Links wirkt. Diese Entscheidung ist jedoch keine Wohltat der Mainova, sondern Ergebnis eines hartnäckigen Kampfes von unten, der noch immer gemeinsam mit den Betroffenen geführt wird. In der Langweidenstraße in Hausen könnten jetzt etwa 250 Mieter*innen Tausende von Euro zurückerstattet bekommen. Stadtweit könnten es tausende Haushalte sein, die sich jetzt freuen können.“
Avan hebt die Arbeit der „Mietenkampagne 069“ hervor, der Frankfurter Gruppe der bundesweiten Mietenkampagne der Linkspartei: „Diesen Erfolg haben wir der unermüdlichen Arbeit der ‚Mietenkampagne 069‘ zu verdanken. Seit fast einem Jahr treffen sich dutzende Aktive regelmäßig, um Mieter*innen über ihre Rechte zu informieren und gemeinsam gegen Mietwucher und Heizkostenwahnsinn vorzugehen. Dazu gab es bereits hunderte Haustürgespräche in Hausen, Bornheim und Griesheim, bei denen fehlende Wärmemengenzähler entdeckt wurden. Es wurden mehrere Mieter*innenversammlungen einberufen, Heizkosten zusammen geprüft und Widersprüche eingereicht. Die Kampagne zeigt, wie wichtig ein kollektives Vorgehen in der Wohnungsfrage ist. Dabei geht es um viel mehr als um Geld. Nachbar*innen, die sich vorher überhaupt nicht kannten, haben sich zusammengeschlossen und treffen sich seit Neuestem auf Kaffee und Kuchen. Durch die Kampagne wurden neue Verbindungen und soziale Strukturen geschaffen.“
Es gibt weitere Siedlungen in Frankfurt, bei denen die Mietenkampagne falsche Heizkostenabrechnungen aufgedeckt hat. In der Dorfelder Straße in Bornheim wurden Dutzende Widersprüche bei der Alten Leipziger Lebensversicherung eingereicht. Avan abschließend: „Wir erwarten von allen Akteuren, dass sie auf Rückzahlungsansprüche genauso wie die Mainova reagieren. Die Langweidenstraße war nur der Anfang. Wir werden mit der Mietenkampagne in weitere Siedlungen gehen und bares Geld zurückholen. Jetzt gilt es, der Mainova genau auf die Finger zu schauen, ob sie auch einhält, was sie angekündigt hat.“
Hintergrund: Nur mit eingebauten Wärmemengenzählern kann der tatsächliche Verbrauch einer Wohnung korrekt gemessen und eine verbrauchsabhängige Abrechnung erfolgen. Ohne diese Geräte zahlen viele Mieter*innen zu viel, weil Vermieter*innen pauschale oder fehlerhafte Werte ansetzen. Betroffene Mieter*innen haben in diesem Fall das Recht, 15 Prozent der Heiz- und Warmwasserkosten zurückzuerhalten. Bei konkretem Verdacht auf überhöhte Miet- oder Heizkosten können sich Betroffene an mieten@die-linke-frankfurt.de wenden