Sozialen Wohnungsbau selbst in die Hand nehmen

Die Stadt Frankfurt bezuschusst private Investor*innen fĂŒr den sozialen Wohnungsbau mit bis zu 900 Euro pro Quadratmeter und vergibt zinslose Kredite. Dazu Eyup Yilmaz, wohnungspolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE. im Römer:

„Heute wird in der Stadtverordnetenversammlung die Magistratsvorlage zur Freigabe von Wohnungsbaufördermitteln abgestimmt. Der Magistrat hat entschieden, diese Mittel nicht öffentlich zu diskutieren, sondern einfach durchzuwinken. Damit fĂŒhrt er ein millionenschweres Förderprogramm in der Hoffnung fort, dass profitorientierte Wohnungskonzerne im großen Stil Sozialwohnungen bauen. Jedes Jahr werden diese Fördersummen aber kaum abgerufen. Mit dem Programm gibt die Stadt Frankfurt aber die Verantwortung ab, selbst bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, auf den so viele Frankfurter*innen dringend angewiesen sind. Zu glauben, dass Investor*innen den Bestand an Sozialwohnungen vergrĂ¶ĂŸern und somit den eklatanten Mangel beseitigen, ist mehr als ein Irrtum: Es ist verantwortungslos auf die Kooperation mit privaten Wohnungskonzernen zu setzen, deren einziges Ziel die Profitmaximierung ist. Mit den bereitgestellten Fördersummen könnte die Stadt auf eigenen GrundstĂŒcken selbst problemlos Sozialwohnungen bauen lassen.“

Im letzten Jahr seien nur 41 neue Sozialwohnungen in Frankfurt fertiggestellt worden. Yilmaz weiter: „Da der Bestand weiterhin drastisch sinkt, muss die Stadt jetzt selbst Geld in die Hand nehmen und den Sozialwohnungsbestand massiv ausweiten. Als EigentĂŒmerin hĂ€tte sie ĂŒberdies viel mehr Kontrollmöglichkeiten. Zudem könnte sie Sozialbindungen auf unbestimmte Zeit festsetzen und so dauerhaft gĂŒnstigen Wohnraum sicherstellen.“

Mal wieder hoffe die Stadt Frankfurt auf das Wohlwollen privater Investor*innen statt endlich selbst tĂ€tig zu werden: „Dabei gibt es die stadteigene ABG Holding, die sich verpflichtet hat, den Wohnungsbedarf der Bevölkerung zu decken. Die ABG könnte selbst zu 100 Prozent geförderte Wohnungen schaffen, so wie es der Frankfurter Mietentscheid gefordert hatte. Die Instrumente und das Geld sind da, doch der politische Wille fehlt“, so Yilmaz abschließend.

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Podiumsdiskussion „Kinder haben Armut nicht gewĂ€hlt“ des Kinderschutzbundes Frankfurt, anlĂ€sslich des Weltkindertags

Mit dabei: Ayse Dalhoff, kinder- und jugendpolitische Sprecherin unserer Fraktion.

„Kinderrechte jetzt!“ – das ist die Forderung des diesjĂ€hrigen Weltkindertags, denn alle Kinder und Jugendlichen haben die gleiche Chance auf Teilhabe verdient. HierfĂŒr muss ein Umdenken in der Gesellschaft stattfinden. StĂ€ndige BedĂŒrftigkeitsprĂŒfungen und damit einhergehende Stigmatisierungen mĂŒssen beendet werden. Die Kinder und Jugendarbeit ist als Bildungsarbeit anzuerkennen und auch durch ausreichende Finanzierung wertzuschĂ€tzen. Wir mĂŒssen mehr mit Kinder und Jugendlichen reden statt Entscheidungen ĂŒber ihre Köpfe hinweg zu treffen. Eine Verankerung der Kinderrechte in das Grundgesetz und eine Kindergrundsicherung bilden hierfĂŒr eine gute Ausgangsposition.“

 

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Muss die Schirn eigenstÀndig werden?

 

Ab Mitte des kommenden Jahres soll die Schirn nach Bekanntmachung der Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) in ihrer strukturellen und inhaltlichen EigenstÀndigkeit gestÀrkt und mit einer eigenen Leitung versehen werden.

„Der Vorstoß der Kulturdezernentin ist mehr als fragwĂŒrdig“, erklĂ€rt Michael MĂŒller, kulturpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE. im Römer. „Jahrelang fĂŒhrte Philipp Demandt StĂ€del, Liebighaus und Schirn sehr erfolgreich als Direktor. Dabei gelang es doch stets, alle HĂ€user mit eigenem Profil und einer jeweils besonderen Außenwirkung darzustellen. Daher erschließt sich nicht, weshalb die Schirn in die ,EigenstĂ€ndigkeit‘ ĂŒberfĂŒhrt werden sollte.  Allein durch die gute Arbeit aller in der Schirn gelang es, das Haus mit eigenem Profil und einer Akzentuierung als kulturellen SolitĂ€r mit bundesweiter Strahlkraft darzustellen“, so MĂŒller weiter.

Der Kulturausschuss wurde in keiner Weise in die Überlegungen der Neuausrichtung der Schirn miteinbezogen. Stattdessen wird der Ausschuss vor vollendete Tatsachen gestellt.

„Diese Weichenstellung ist fĂŒr den Frankfurter Haushalt mit einer enormen finanziellen Belastung verbunden. Denn das Haus mit eigener Leitung zu versehen, bedeutet, dass es weit mehr geben wird als nur eine neue Leitung. Hinzu kommt eine eigene administrative Ebene mit zusĂ€tzlichem Personal, die mit hohen Kosten verbunden ist. Es stellt sich die Frage der VerhĂ€ltnismĂ€ĂŸigkeit. Auf der einen Seite sind die Kulturschaffenden, die durch Corona derart gebeutelt sind, dass der Notfallfonds rasch ausgeschöpft war und die freie Kultur- und Theaterszene weiterhin dringend finanzieller Förderung bedarf. Auf der anderen Seite werden nun diese Mehrausgaben fĂŒr administrative Umstrukturierung einer gut positionierten Kulturinstitution bereitwillig in Kauf genommen. Der Bedarf hierfĂŒr ist nicht akut gegeben, gerade weil dieser Betrieb vorbildlich gefĂŒhrt wurde und wird. Muss dies jetzt sein, im Fahrwasser der Corona-Krise, wenn der KĂ€mmerer von Haushaltsdisziplin redet und die GrĂŒnen gar eine Priorisierung im Haushalt vornehmen? Der erste Koalitionskrach ist damit vorprogrammiert“, so MĂŒller abschließend.

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Neue Koalition, alte Politik

Am Mittwoch fand das Richtfest fĂŒr das HPQ Living des Projektentwicklers B&L im Ostend statt. Es werden zwei 60 Meter hohe WohntĂŒrme mit einem Hotel und einem GebĂ€udekomplex mit insgesamt 288 Eigentumswohnungen entstehen. Darunter befindet sich kein geförderter Wohnraum. Dazu Eyup Yilmaz, wohnungspolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE. im Römer:

„Hotel, Penthouses, Townhouses: Wieder entsteht in Frankfurt teurer Wohnraum mit Quadratmeterpreisen von 9.500 bis 19.000 Euro. Darunter befindet sich keine einzige geförderte Wohnung. Das wirkt wie Hohn fĂŒr all die vielen wohnungssuchenden Menschen mit geringem und mittlerem Einkommen, die keine Chance auf eine leistbare Wohnung auf dem Wohnungsmarkt haben.“

Dieses Projekt der neuen Stadtregierung fĂŒhre alte wohnungspolitische Entwicklungen in Frankfurt fort. Yilmaz weiter: „Frankfurt braucht dringend bezahlbaren Wohnraum. Auf dieser BrachflĂ€che hĂ€tten gĂŒnstige Wohnungen fĂŒr Menschen in NotunterkĂŒnften, Geringverdienende, aber auch fĂŒr Lehrer*innen, Polizist*innen und PflegekrĂ€fte in InnenstadtnĂ€he entstehen können. Doch die Stadtregierung geht mal wieder auf Kuschelkurs mit profitorientierten Akteur*innen und zeigt sich rĂŒcksichtslos gegenĂŒber den BedĂŒrfnissen der Menschen. Hier werden nicht einmal die Förderquoten des Baulandbeschlusses von 30 Prozent geförderten Wohnungsbau erfĂŒllt. Das ist nicht nachvollziehbar.“

Die neue Koalition schreibe sich den Erhalt und die Schaffung von ausreichend bezahlbarem Wohnraum als drĂ€ngende Aufgabe auf die Fahnen, doch dies sei nur ein Lippenbekenntnis. „Hier entsteht eines der aktuell grĂ¶ĂŸten Stadtentwicklungsprojekte und die Stadt tut absolut nichts, um die Wohnungskrise zu bekĂ€mpfen. Die Regierung erscheint in neuem Glanz, doch es bleibt alles beim Altem“, Yilmaz abschließend.

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Weniger als 1 Prozent Sozialwohnungen in 2020

Unter den 4.349 fertiggestellten Wohnungen im Jahr 2020 sind lediglich 41 neue Sozialwohnungen. Mit weniger als 1 Prozent Sozialwohnungen ist der Anteil damit im Vergleich zum Vorjahr noch geringer. In den letzten fĂŒnf Jahren wurden von insgesamt 19.621 Wohnungen lediglich 532 Sozialwohnungen fertiggestellt, also 2,71 Prozent. Dazu Eyup Yilmaz, wohnungspolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE. im Römer

„Dass die Stadtregierung den zweithöchsten Wert an fertiggestellten Wohnungen seit 40 Jahren als Rekord zelebriert, Ă€ndert absolut nichts am eklatanten Mangel an bezahlbarem Wohnraum in Frankfurt. WĂ€hrend 10.000 Haushalte hĂ€nderingend auf eine Sozialwohnung warten, ist der Anteil an neuen Sozialwohnungen verschwindend gering. Durch den Wegfall zahlreicher Sozialbindungen jedes Jahr schmilzt der Bestand an Sozialwohnungen drastisch. Die BautĂ€tigkeit kann diese katastrophale Entwicklung keineswegs aufhalten. Das ist der wahre traurige Rekord, den die Stadtregierung zu vertuschen versucht.“

Planungsdezernent Mike Josef (SPD) bleibe weit hinter seinem alten Versprechen von 30 Prozent geförderten Wohnungen zurĂŒck. Auch der wohnungspolitische Sprecher der GrĂŒnen, Johannes Lauterwald, vergesse bei seiner heutigen AbsichtserklĂ€rung, Wohnungs- und Obdachlosigkeit zu bekĂ€mpfen, dass die GrĂŒnen die letzten 25 Jahren an der Regierung beteiligt waren und selbst fĂŒr diese katastrophalen WohnverhĂ€ltnisse mitverantwortlich sind. Yilmaz weiter: „Bauen, bauen, bauen ist nicht die Lösung fĂŒr die Wohnungskrise in Frankfurt. Entscheidend ist, genau hinzuschauen, welche Art von Wohnungen zu welchen Preisen gebaut werden. Und das sind in Frankfurt hauptsĂ€chlich Wohnungen im hochpreisigen Segment, die komplett am Bedarf an bezahlbaren Wohnungen vorbeigehen. Dass jede fĂŒnfte Neubauwohnung eine 1-Zimmerwohnung ist, bedient ebenfalls nur das profitorientierte KalkĂŒl der Investor:innen und nicht den Bedarf der wohnungssuchenden Menschen dieser Stadt.“

Die BautĂ€tigkeit deute keineswegs auf eine Kehrtwende in der Wohnungspolitik hin, sondern schreibe die Entwicklung weg vom sozialen Wohnungsbau fort. „Wir brauchen endlich mehr Sozialwohnungen und bezahlbare Wohnungen, damit sich Frankfurter*innen ihr Miete wieder leisten können. Die Stadt braucht keine einzige weitere Luxuswohnung. 49 Prozent der Frankfurter:innen, also die halbe Stadt, die vom Einkommen her Anspruch auf eine Sozialwohnung haben, sind Ausdruck dessen“, so Yilmaz abschließend.

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GrĂŒne Rochaden lassen tief blicken

Zahlreiche Politiker:innen der GrĂŒnen geben ihr Mandat als Stadtverordnete nach kurzer Zeit wieder ab. Ihre Motive dafĂŒr sind mehr als fragwĂŒrdig. Dazu erklĂ€rt Michael MĂŒller, Vorsitzender der Fraktion DIE LINKE. im Römer:

„Völlig ĂŒberraschend kommt der RĂŒckzug der ehemaligen Spitzenkandidatin der Frankfurter GrĂŒnen zur Kommunalwahl aus dem Römer nicht, wirkte ihre Kandidatur doch stets wie eine Verlegenheitslösung. Mit fadenscheinigen Argumenten versucht Frau Feldmayer nun ihren RĂŒckzug zu kommentieren, jedoch verfangen ihre Argumente nicht. Die Kandidatur auf dem ersten Listenplatz sollte Ausdruck von Engagement und Leidenschaft fĂŒr die Kommunalpolitik sein. Diese scheinen in erstaunlich kurzer Zeit schon wieder aufgebraucht zu sein.“

Die Kandidatur sei eine reine machtpolitische Entscheidung gewesen. Sicherlich dĂŒrften sich manche WĂ€hler:innen der GrĂŒnen nun getĂ€uscht fĂŒhlen. Verwundern sollte es nicht, denn genauso verhalte es sich bei den weiteren Stadtverordneten der GrĂŒnen, die ihr Mandat schon wieder beenden. „Die große Personalrochade von grĂŒnen Kommunalpolitiker:innen, die zunĂ€chst von den Menschen in Frankfurt mit einem Mandat ausgestattet wurden und dies nun wieder abgeben, um gut dotierte Jobs in den Dezernats- und ÄmterbĂŒros zu erhalten, lĂ€sst tief blicken. Fast ein Drittel der Fraktion wird eine Woche nach der Wahl der Stadtregierung ausgetauscht. Nachfolgen werden ihnen jene konservativen altgrĂŒnen Architekten des langjĂ€hrigen schwarzgrĂŒnen Regierungsprojekts. Das zeigt doch, wie wichtig den GrĂŒnen ihre Wahlversprechen sind“, so MĂŒller abschließend.

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Mehr als eine ZwangsrÀumung pro Tag

Im Jahr 2020 wurden 414 ZwangsrĂ€umungen in Frankfurt durchgefĂŒhrt. 104 Haushalte sind dabei in einer Not- bzw. Übergangsunterkunft untergebracht worden. Dazu erklĂ€rt Eyup Yilmaz, wohnungspolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE. im Römer:

„Die Zahl der durchgefĂŒhrten ZwangsrĂ€umungen ist seit Jahren auf einem hohen Niveau. Mehr als 400 Haushalte verlieren ihre Wohnung jĂ€hrlich und nur rund ein Viertel davon wird in eine Übergangsunterkunft vermittelt. FĂŒr den großen Rest der betroffenen Haushalte droht ganz konkret die Gefahr der Wohnungslosigkeit. Keine Stelle vermag mitzuteilen, wo diese Menschen letztlich verbleiben. Dass sich die Stadtregierung dafĂŒr lobt, dass die Zahl seit 2011 rĂŒcklĂ€ufig ist, kann nicht ĂŒber den katastrophalen Umstand hinwegtĂ€uschen, dass jeden Tag mindestens ein Haushalt in Frankfurt das Dach ĂŒber dem Kopf verliert.“

Die Fachstelle ‚Hilfen zur Wohnungssicherung‘ sei kein effektives Mittel zur Verhinderung von ZwangsrĂ€umungen, da sie frĂŒhzeitig eingeschaltet werden mĂŒsse. Sie biete Betroffenen keine Sicherheit, da sie nur unter bestimmten FĂ€llen MietrĂŒckstĂ€nde ĂŒbernehme. Zudem gebe es ein Repertoire an KĂŒndigungsrĂŒnden, die sich Vermieter:innen zu Nutze machen können. „Dieser RĂŒcksichtslosigkeit privater Wohnungskonzerne und selbst öffentlicher Wohnungsgesellschaften – wie der stadteigenen ABG Holding mit fast 100 ZwangsrĂ€umungen pro Jahr – muss endgĂŒltig ein Riegel vorgeschoben werden“, so Yilmaz weiter.

In einer Stadt mit eklatantem Wohnungsmangel wie Frankfurt bedeute jede ZwangsrĂ€umung einen Entzug der Lebensgrundlage. Egal welcher Grund: Es sei menschenverachtend, verzweifelte Mieter:innen auf die Straße zu setzen. Yilmaz abschließend: „Ziel der neuen Stadtregierung muss es sein, ZwangsrĂ€umungen zu verhindern und auf ein generelles Verbot von ZwangsrĂ€umungen hinzuwirken, um allen Frankfurter:innen ein Leben in WĂŒrde zu ermöglichen. Jede ZwangsrĂ€umung ist eine zu viel!“

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Landesgelder zur Innenstadtförderung werden falsch verwendet

Frankfurt hat beim Land Hessen Fördergelder fĂŒr die Entwicklung der Innenstadt beantragt. Dazu erklĂ€rt Michael MĂŒller, Vorsitzender und finanzpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE. im Römer:

„Es ist gut, dass die Stadt Frankfurt Fördergelder des Landes Hessen erhĂ€lt, um die Innenstadt zu beleben. Wie die Stadt Frankfurt diesen kleinen Geldsegen aber verwenden will, grenzt schon fast an Geldverschwendung.“

Ausgeschrieben sei die Landesförderung fĂŒr besonders innovative und nachhaltige Maßnahmen zur Belebung der Stadtzentren und Ortskerne. Bis zu 250.000 Euro fĂŒr ein sogenanntes Innenstadtbudget konnten hessische Kommunen beantragen. „Und was macht die grĂŒn gefĂŒhrte Stadtregierung? Mit dem Förderhöchstsatz von 250.000 Euro soll in erster Linie ein Pop-up-KreativbĂŒro eingerichtet werden. Wieso werden nicht wie in der Ausschreibung der Landesregierung konkrete Maßnahmen finanziert? Ein Blick in die Beteiligungsformate der Stadt zeigt doch, an was es der Frankfurter* Innenstadt fehlt. Die Frankfurter*innen wollen endlich öffentliche Toiletten, inklusives Stadtmobiliar und lebendige und begrĂŒnte Orte zum auch konsumfreien Verweilen und Spielen statt der ĂŒberall vorherrschenden trostlosen und abweisenden BetonwĂŒsten“, so MĂŒller weiter.

DIE LINKE. sei gespannt darauf, wie solch ein Kreativ-BĂŒro die Innenstadt fördern wird. MĂŒller abschließend: „Mit dem Geld hĂ€tte konkret und nachhaltig gehandelt werden mĂŒssen. Etwa um BĂ€ume zu pflanzen, endlich mehr ParkbĂ€nke in der Stadt aufzustellen und die SpielplĂ€tze zu sanieren. DafĂŒr hat die Stadtverwaltung geeignetes Personal, die aber im laufenden Jahr keine Mittel mehr zur VerfĂŒgung haben. Hier wird jetzt ein BĂŒro aus dem Boden gestampft, dessen Wirkung gegen Null geht.“

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Der Markt regelt nicht

AnlĂ€sslich der fĂŒr Samstag, den 11. September 2021, geplanten bundesweiten Mietendemo in Berlin erklĂ€rt Eyup Yilmaz, wohnungspolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE. im Römer:

„DIE LINKE. im Römer unterstĂŒtzt ausdrĂŒcklich den Protest gegen hohe Mieten und VerdrĂ€ngung, zu dem Menschen aus ganz Deutschland nach Berlin anreisen werden. Die Forderungen nach Enteignung großer Wohnungskonzerne und einem bundesweiten Mietendeckel sind wichtige Instrumente, um Wohnen wieder bezahlbar zu machen. Zu lange haben wir dem Wohnungsmarkt das Feld fĂŒr Spekulation und Profitmaximierung ĂŒberlassen, vorbei an den BedĂŒrfnissen der Menschen besonders mit geringem und mittlerem Einkommen. Um StĂ€dte nur fĂŒr Reiche zu verhindern, brauchen wir einen radikalen Wandel in der Wohnungspolitik, jetzt!“

Yilmaz fĂŒhrt fort: „Mietenwahnsinn und VerdrĂ€ngung sind nicht nur Alltag in Berlin, sondern betreffen schon lĂ€ngst auch mittelgroße bis große StĂ€dte in Hessen. In Frankfurt zeigt sich das Problem in besonderer HĂ€rte: Hier ist es fast unmöglich, eine bezahlbare Wohnung zu finden, besonders fĂŒr Alleinerziehende, migrantisierte und geflĂŒchtete Menschen, aber auch fĂŒr Lehrer:innen, Krankenpfleger:innen und Polizist:innen.“

Schuld daran sei einerseits der Ausverkauf von tausenden Wohnungen der Frankfurter Siedlungsgesellschaft an das private Unternehmen Viterra – heute Vonovia – im Jahr 2002. Anderseits agiere auch die stadteigne ABG Holding privatwirtschaftlich.

„Ein wichtiges zivilgesellschaftlich getragenes BĂŒrger:innenbegehren wollte dieser Entwicklung entgegenhalten: der Mietentscheid. Die Verzögerungstaktik der Stadt hat zu einem Erliegen des Mietentscheids gefĂŒhrt. Die neue Stadtregierung aus GrĂŒne, SPD, FDP und Volt hat lediglich unambitioniert Teilforderungen in abgeschwĂ€chter Form in ihren Koalitionsvertrag aufgenommen. Frankfurt braucht mehr! Deswegen schauen wir mit Freude nach Berlin und fordern auch in Frankfurt die Vergesellschaftung und Demokratisierung nach Artikel 14 GG von Vonovia, Deutsche Wohnen und Co.“, so Yilmaz abschließend.

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Neoliberaler Stadtentwicklung in die Suppe spucken

Am heutigen Abend beginnt das neue Frankfurter Suppenfestival. An drei Tagen soll die mysteriöse Urban Phuture (sic!) Frankfurts geformt werden. Ob die Stadtentwicklung zukĂŒnftig der Form des Suppentellers, der Suppenterrine oder doch dem guten alten Suppentopf folgt, steht also noch aus. FĂŒr Eyup Yilmaz, planungspolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE. im Römer ist heute schon klar:

„Den Frankfurter urbanen Eliten um das S.O.U.P.-Festival gehört die Suppe krĂ€ftig versalzen. Bei Eintrittspreisen bis zu 500 Euro kann von einem beteiligungsorientierten Forum fĂŒr die zukĂŒnftige Stadtentwicklung nicht gesprochen werden. Hier sorgt die urbane Elite gezielt dafĂŒr, unter sich zu bleiben und den Diskurs gegen EinsprĂŒche weniger wohlhabender Menschen abzuschotten. Es ist ein politischer Skandal, dass die Stadt dafĂŒr 250.000 Euro zuschießt und sich auch noch per Grußwort und an Panels beteiligt.“

Anders als von den Veranstaltern bekundet, ist so keine Stadt fĂŒr alle zu machen. Yilmaz weiter: „Das Veranstaltungsformat folgt den international bekannten TED Talks oder auch den von der Hubert Burda Media veranstalteten DLD Konferenzen. Gemein sind diesen Formaten immer der Ansatz, gesellschaftliche Problemstellungen marktbasiert und unternehmerisch zu lösen. Zentrale Akteure sind sogenannte Entrepreneurs und damit eben nicht die Gesamtheit der Menschen in dieser Stadt. Ein solches Konzept alles in Wert setzender Stadtentwicklung ist ein zutiefst neoliberales, dass wir als LINKE. entschieden ablehnen.“

FĂŒr DIE LINKE. stehe bei der Stadtentwicklung das Gemeinwohl im Vordergrund. „Die neue Stadtregierung scheint davon leider keinen Begriff mehr zu haben. Planungsdezernent Mike Josef (SPD) gibt das Zepter seit jeher bereitwillig ab und legt die weitere Stadtentwicklung nur zu gerne in die HĂ€nde privater Investoren“, so Yilmaz.

Aber auch von den neuen Shootingstars der GrĂŒnen sei absolut nichts zu erwarten. Yilmaz abschließend: „Die neue Kulturpolitikerin und zugleich GeschĂ€ftsfĂŒhrerin der Frankfurter GrĂŒnen, Daniela Cappelluti, bekundet angesichts der Kritik an den teuren Eintrittspreisen des Festivals, bloß nicht zu meckern, sondern besser selber was auf die Beine zu stellen. Außerdem wĂŒrden sich die Veranstalter die Kritik schon zu Herzen nehmen. Die stĂ€dtische Förderung gehe daher schon in Ordnung. Schließlich mĂŒssten die Kosten fĂŒr ein solches Festival ja trotzdem gedeckt werden. Ihr PlĂ€doyer schließt sie damit, den Veranstaltern doch eine Chance zu geben. Das spricht fĂŒr sich, denke ich.“

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