Zur Hausbesetzung am 1. Mai in Bergen-Enkheim äußert sich Deniz Avan, Stadtverordneter der Fraktion Die Linke im Römer:
„Wir solidarisieren uns mit den Besetzer*innen, die durch ihr Engagement auf sinnlosen Leerstand aufmerksam gemacht und ein kraftvolles Zeichen gegen Gentrifizierung gesetzt haben. Was in Bergen-Enkheim passiert, ist dabei kein Einzelfall: Überall in Frankfurt herrscht die Logik von Leerstand, Abriss und Gewinnmaximierung – auf Kosten der Wohnungssuchenden. Hier wird ein Wohnhaus jahrelang dem Verfall preisgegeben, obwohl Menschen in der ganzen Stadt verzweifelt nach einer bezahlbaren Wohnung suchen. Dass jetzt ein historisch wertvolles Gebäude auch noch abgerissen wird und luxuriösen Doppelhaushälften weichen soll, ist Gentrifizierung, wie sie im Bilderbuche steht. Die Aktivist*innen haben auf eindrucksvolle Weise auf die untragbaren Missstände der Verdrängung und Aufwertung in dieser Stadt aufmerksam gemacht. Dafür sind wir ihnen dankbar.“
Avan betont den historischen Wert des Gebäudes: „Das Wohnhaus hat nicht irgendjemanden gehört, sondern dem evangelischen Pfarrer Karl Wessendorft, der aktiv Widerstand gegen die Nationalsozialisten geleistet hat. Dieses Gebäude muss als antifaschistischer Gedenkort erhalten bleiben. Es darf nicht unnötigem Abriss zum Opfer fallen. Frankfurt braucht keine einzige weitere Luxuswohnung für Reiche, sondern den Schutz von bestehendem Wohnraum, der wirklich bezahlbar ist. Die Spirale der Gewinnmaximierung lässt sich nur durchbrechen, indem die Stadt Frankfurt ihren öffentlichen Wohnungsbestand deutlich ausweitet und private Investoren endlich zurückdrängt.“
Die Linksfraktion fordert, dass es keine Strafanzeigen gegen Besetzende oder Demonstrierende gibt. Avan abschließend: „Wir fordern außerdem, dass jegliche Vorgänge bezüglich Polizeigewalt lückenlos aufgeklärt und Konsequenzen daraus gezogen werden.“
