Am Montag, den 10. August, wurde am 43 Meter hohen Goetheturm in Sachsenhausen eine Webcam eingeweiht, die untenstehenden Menschen ein Live-Bild von oben überträgt. Bürgermeisterin Nargess Eskandari-Grünberg (Grüne) und Umweltdezernentin Tina Zapf-Rodriguez (Grüne) waren bei der Eröffnung dabei. Dazu kommentiert Ayse Dalhoff, Stadtverordnete der Linksfraktion im Römer:
„Die Installation einer Webcam auf dem Goetheturm ist ein Schlag ins Gesicht aller mobilitätseingeschränkten Frankfurter*innen. Statt echten Zugang zur Aussichtsplattform zu erhalten, werden sie mit dem Anblick eines trostlosen Bildschirms abgespeist. Eine Webcam schafft keine echte Teilhabe, sondern ist eine billige Scheinlösung. Dass die Oberbürgermeisterin dies als Beitrag zu ‚mehr Teilhabe in der Stadt‘ bezeichnet, ist eine Farce. Menschen, beispielsweise Rollstuhlfahrer*innen, Ältere oder Familien mit Kinderwägen, haben ein Recht auf Barrierefreiheit. Die Stadt ist mit dieser Kamera keinen Schritt weiter in puncto Inklusion. Wir stehen an der Seite der Frankfurter Behindertenarbeitsgemeinschaft (FBAG), die das Projekt zu Recht scharf kritisiert.“
Dalhoff abschließend: „Barrierefreiheit darf nicht länger stiefmütterlich behandelt werden. In Frankfurt wünschen sich Tausende Menschen mehr Zugang zur Teilhabe am öffentlichen Leben. Die Stadt muss dafür endlich Sorge tragen. Der Goetheturm als Wahrzeichen der Stadt braucht endlich einen Fahrstuhl für mehr Teilhabe für alle.“
