ABG Holding investiert am Bedarf vorbei

Die stadteigene Wohnungsbaugesellschaft ABG Holding will bis 2026 etwa 4.900 Wohnungen fertigstellen. Geplant sind Investitionen von mehr als 2 Milliarden Euro. Trotz Pandemie wurden in 2020 73,8 Millionen Euro KonzernĂŒberschuss erwirtschaftet. Dazu Eyup Yilmaz, wohnungspolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE. im Römer:

„Bereits 2017 hat die ABG Holding groß angekĂŒndigt bis 2021 rund 10.000 Wohnungen fertigzustellen. Seit 2017 sind jedoch nur etwa 2.000 Wohnungen fertiggestellt worden. Das zeigt mehr als deutlich: Die ABG Holding hĂ€lt ihre Versprechen nicht. GroßangekĂŒndigte Bauvorhaben wurden bis heute nicht umgesetzt. Es ist darĂŒber hinaus ĂŒberaus wichtig zu schauen, fĂŒr wen gebaut wird: 2020 wurden von insgesamt 650 Wohnungen lediglich 40 Sozialwohnungen gebaut. Das sind nur knapp 6 Prozent der fertiggestellten Wohnungen – ein Amutszeugnis fĂŒr die ABG.“

Zudem baue die ABG fast ausschließlich mit privaten Investor*innen zusammen: „Projekte, die gemeinsam mit börsennotierten Wohnungsunternehmen wie Instone Real Estate unternommen werden, beispielsweise in den GĂŒnthersburghöfen geplant oder mit Groß & Partner am GĂŒterplatz, zeigen, dass die ABG mehrheitlich teure Wohnungen baut. Sie baut am Bedarf von Menschen mit geringen und mittleren Einkommen vorbei. Projekte wie die Nachverdichtung der Platensiedlung verdeutlichen, wie die ABG durch einen großen Anteil freifinanzierter Neubauwohnungen Aufwertungsprozesse befeuern. Es ist ein Skandal, dass die ABG jĂ€hrlich Millionengewinne auf dem RĂŒcken von Mieter*innen macht.“

OberbĂŒrgermeister Feldmann spricht davon, dass die ABG zur Entlastung des Wohnungsmarktes beitragen wĂŒrde: „Diese EinschĂ€tzung geht an der RealitĂ€t vieler Frankfurter*innen vorbei. Die ABG konzentriert sich eben nicht auf geförderte, preisgebundene Wohnungen, sondern baut Eigentumswohnungen und freifinanzierte Wohnungen im hochpreisigen Segment. Zudem fĂŒhrt sie jĂ€hrlich ĂŒber 100 ZwangsrĂ€umungen durch und entzieht Menschen somit die Lebensgrundlage. Noch immer stehen etwa 9.000 Haushalte beim Amt fĂŒr Wohnungswesen auf der Warteliste fĂŒr eine Sozialwohnung. Etwa 8.000 Menschen leben unter dramatischen Bedingungen in NotunterkĂŒnften, darunter viele Familien mit Kindern. Die ABG ist Teil des Problems und sollte sich auf den Bau von Sozialwohnungen konzentrieren, so wie es der Mietentscheid fordert“, so Yilmaz abschließend.

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