Das La Gata wurde zwangsgeräumt – Stadt Frankfurt muss umgehend bei der Raumsuche unterstützen

Zur gestrigen Räumung der seit fast 55 Jahren bestehenden Lesbenkneipe „La Gata“ in Sachsenhausen äußert sich Michael Müller, Vorsitzender der Fraktion Die Linke im Römer:

„Wir sind zutiefst erschüttert darüber, dass die älteste Lesbenkneipe der Welt, La Gata, nun Geschichte ist. Damit hat Frankfurt einen wichtigen Begegnungsort und Schutzraum für lesbische, bisexuelle und trans Frauen* verloren. Dieser Verlust macht uns wütend und traurig zugleich. Die gestrige Zwangsräumung ist zutiefst ungerecht und zerstört einen wichtigen Teil lesbischer Kultur in Deutschland. Wir verurteilen die Räumung aufs Schärfste. Das La Gata ist ein elementarer Teil einer Gesellschaft, die Vielfalt und gegenseitigen Respekt als Grundwerte aktuell immer stärker gegen Angriffe von rechts verteidigen muss. Solche Orte sind von unschätzbarem Wert und müssen unbedingt geschützt werden.“

Diese Zwangsräumung sei Ausdruck eines immer zügelloseren Immobilienmarktes. Müller führt aus: „Maximale Profitgier und Unbarmherzigkeit prägen den Frankfurter Immobilienmarkt. In der Folge verlieren Menschen ihre gesamte Existenz: Wirtin Erika Wild verliert nach über einem halben Jahrhundert ihr Lebenswerk. Zwangsräumungen müssen daher um jeden Preis verhindert werden. Wir müssen in Frankfurt endlich dafür sorgen, dass kulturelle Orte besser vor Profitgier und Entmietung geschützt werden. Dafür muss der Bestand an öffentlichen Immobilien deutlich ausgebaut werden – beispielsweise durch die städtische ABG Holding – damit dauerhaft bezahlbare Gewerberäume zur Verfügung gestellt werden können.“

Abschließend sagt Müller: „Frankfurt verliert unwiederbringlich einen wichtigen kulturellen Ort. Die Stadt darf nicht tatenlos zusehen. Sie muss das La Gata schnellstmöglich dabei unterstützen, einen neuen geeigneten Ort zu finden.“

Dieser Beitrag wurde unter Presse abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.
Nach oben