Zu den Verkaufsplänen der im Besitz des Energieversorgers Mainova AG befindlichen Eschersheimer Wasserturms inklusive des dazugehörigen Geländes an einen privaten Investor äußert sich Deniz Avan, Stadtverordneter der Fraktion Die Linke im Römer:
„Der Eschersheimer Wasserturm darf auf keinen Fall in die Hände eines profitorientieren Investors gelangen, der ausschließlich Gentrifizierung im Stadtteil befeuern würde. Das denkmalgeschützte Gebäude verfällt seit Jahren immer weiter. Statt der Verantwortung dieser historisch wertvollen Sehenswürdigkeit nachzukommen und sie schnellstmöglich zu sanieren, versucht hier ein mehrheitlich städtisches Unternehmen – die Mainova AG – ein unliebsames Gebäude loszuwerden. Hier soll einmal mehr ein Gebäude, das Investitionen bedarf, verhökert werden.“
Avan weiter: „Nachdem die Stadt Frankfurt Anfang der 2000er Jahre nicht nur öffentliche Wohnungen, sondern auch öffentlichen Grund und Boden verscherbelt hat, startet jetzt der Ausverkauf unserer Freizeit- und Naherholungsinfrastruktur. Einen weiteren Ausverkauf unserer Stadt können wir uns angesichts der Wohnungskrise und sich verschärfender sozialer Spaltungen nicht leisten. Deshalb fordern wir: Die Stadt muss den Wasserturm inklusive Gelände erwerben und ein Verkauf an einen Privatinvestor stoppen.“
Dass die Stadt Frankfurt kein Interesse daran hat, das Gelände zu übernehmen, sei politisch völlig verantwortungslos. Avan erklärt: „Der Verkauf ist eine einmalige Chance, eine kulturelle Nutzung und die Öffnung des 1.400 Quadratmeter großen Geländes für die Stadtgesellschaft zu ermöglichen. Der Wasserturm muss künftig für eine breite Öffentlichkeit zur Verfügung stehen und dafür ist ein Ankauf durch die Stadt notwendig. Eine gemeinwohlorientierte Weiterentwicklung des Geländes durch die öffentliche Hand ist ein wichtiger Schritt in Richtung mehr Teilhabe im Stadtteil, aber auch darüber hinaus. Denkbar wäre zum Beispiel die Vergabe der Turmbewirtschaftung an einen sozialen Träger oder eine Klimainitiative. Die Stadt muss hier unbedingt ihrer Verantwortung gerecht werden.“
