Auf Anfrage der Linksfraktion teilte die Stadtregierung aktuelle Zahlen zu Zwangsräumungen aus dem Jahr 2025 mit. Dazu erklärt Dominike Pauli, Stadtverordnete der Fraktion Die Linke im Römer:
„Die Zahlen sind schockierend: 488-mal haben wurden Menschen in Frankfurt aus ihren eigenen vier Wänden geworfen und haben ihr Hab und Gut verloren. Das entspricht mehr als einer Zwangsräumung pro Tag – und einem Anstieg von mehr als 16 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Tatsächlich wurden 2025 insgesamt 757 Zwangsräumungen in Frankfurt angedroht. Hinter jeder dieser Zahlen steckt eine menschliche Tragödie. Der Verlust der Wohnung bedeutet für viele Menschen nicht nur das Ende eines sicheren Zuhauses, sondern auch eine soziale Abwärtsspirale. Familien verlieren ihren Lebensmittelpunkt, Kinder ihre gewohnte Umgebung sowie ihre Freund*innen und Mitschüler*innen. Das sind Familien, die teilweise in Obdachlosenunterkünften landen. Das sind Menschen, die alles verlieren – nicht wegen Eigenverschuldens, sondern weil die Miete unbezahlbar geworden ist. Weil sie in einer Stadt leben, in der Wohnen zum Luxus für Wenige geworden ist. Gesundheitliche Probleme – insbesondere psychische Belastungen – verschärfen sich durch Zwangsräumungen massiv.“
Die Anfrage ergibt, dass 103 Zwangsräumungen im Auftrag der ABG Holding durchgeführt wurden. Pauli kritisiert: „Dass die ABG Holding als öffentliche Wohnungsgesellschaft über 100 Familien vor die Tür gesetzt hat, ist unerträglich. Das ist ein Verstoß gegen den Auftrag, für den die ABG gegründet wurde. Eine städtische Wohnungsbaugesellschaft ist kein privates Profitunternehmen. Sie hat einen klaren sozialen Auftrag: Menschen, die es am Wohnungsmarkt besonders schwer haben, bezahlbaren Wohnraum bereitzustellen. Sie muss Menschen in Not schützen und nicht auf die Straße setzen.“
Abschließend sagt Pauli: „Zwangsräumungen sind zutiefst unmenschlich und existenzgefährdend. Sie müssen um jeden Preis verhindert werden. Wir brauchen einen Zwangsräumungsstopp und eine strikte Regulierung der Mietpreise. Die Mieten müssen dauerhaft sinken und die Stadt Frankfurt Wohnen endlich als Grundversorgung betrachten. Jedes Zuhause zählt. Jeder Mensch verdient ein Dach über dem Kopf.“
