Digitale Zukunft darf nicht auf fossilem Gas aufgebaut werden

Die Linksfraktion im Römer kritisiert die Forderungen der IHK Frankfurt an die Politik nach einem beschleunigten Ausbau von Rechenzentren. Die Branche fordert mehr Flächen, schnellere Genehmigungen und den Abbau kommunaler Beschränkungen, doch blendet dabei die Folgen aus. Dazu erklärt die Fraktionsvorsitzende Daniela Mehler-Würzbach:

„Der Vorstoß der IHK ist ein durchsichtiges Manöver, um im Zuge der laufenden Koalitionsgespräche das Frankfurter Rechenzentrumskonzept zu schleifen. Dass auch Bundes- und Landesregierung aktuell die Weichen für einen nahezu grenzenlosen Ausbau der Rechenzentrumsbranche stellen, ist energie- und klimapolitischer Irrsinn.“

Schon heute steht rund ein Drittel aller deutschen Rechenzentren in Frankfurt. Laut einem im Mai veröffentlichten Magistratsbericht befinden sich aktuell zudem 14 weitere Rechenzentren im Stadtgebiet in Planung oder im Bau. Selbst eine von Wirtschaftsförderung und Regionalverband beauftragte Studie kam zu dem Ergebnis, dass die unmittelbaren regionalökonomischen Effekte der Rechenzentrumsbranche vergleichsweise gering ausfallen, während Flächen- und Energiebedarf überproportional wachsen. Alarmierend sei aus Sicht der Linken die geplante Umrüstung des Frankfurter Rechenzentrums CyrusOne FRA7 mit einem gasbetriebenen Kraftwerk, um die Kapazitätsengpässe ab 2029 zu überwinden.

„Mit solchen Gaskraftwerken wird ein Dammbruch vorbereitet. Was heute als Einzelfall erscheint, könnte zum Modell für zahlreiche weitere Projekte werden. Bisher begrenzen Stromkapazitäten den Ausbau der Branche. Wenn Netzengpässe künftig durch eigene fossile Kraftwerke umgangen werden, droht deutlich höherer Energieverbrauch und zusätzliche CO₂-Emissionen. Rechenzentren dürfen nicht zum Vorwand werden, neue fossile Abhängigkeiten zu schaffen. Wer Gaskraftwerke für angeblich grüne Rechenzentren plant, gefährdet die Energiewende. Die digitale Zukunft darf nicht auf der Verbrennung fossiler Rohstoffe aufgebaut werden“, so Mehler-Würzbach abschließend.

Die Antwort des Magistrats auf eine Anfrage der Linken bestätige die Problematik. Darin wird ausdrücklich auf die Konflikte zwischen fossilen Onsite-Generatoren und den Klimaschutzzielen hingewiesen. Auch in der Region wächst der Widerstand gegen neue fossile Infrastruktur. In Maintal konnte der Bau eines Gaskraftwerks für ein Rechenzentrum nach breiten Protesten aus der Bevölkerung und erheblicher öffentlicher Kritik zunächst verhindert werden.

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