#AllefĂŒrsKlima – Systemwandel statt Klimawandel

DIE LINKE. im Römer ist Teil des Globalen Klimastreiks und der Woche fĂŒr das Klima. Dazu erklĂ€rt Pearl Hahn, umweltpolitische Sprecherin der Fraktion:

„Dieses Mal gehen wirklich alle auf die Straße, Kinder, Jugendliche, Erwachsene, Nichtregierungsorganisationen, VerbĂ€nde, Gewerkschaften und Parteien. Die Klimakrise zwingt uns alle zum Handeln. Alle bis auf die Frankfurter Stadtregierung, so scheint es. Und das muss sich schleunigst Ă€ndern! Wir drohen an der Bequemlichkeit und ĂŒberbordenden BĂŒrokratie unserer Institutionen zu scheitern. Die Zeit zu Handeln ist jetzt! DafĂŒr brauchen wir nicht nur Mut sondern auch angemessene Strukturen. Wir mĂŒssen die Arbeitsweise unserer Regierungen und aller Institutionen in Frage stellen und Druck ausĂŒben, um den notwendigen Systemwandel zu schaffen.“

Zur Einhaltung des 1,5-Grad-Ziels des Pariser Klimaabkommens mĂŒsse auch in Frankfurt noch sehr viel passieren. „Leider ist die Römerkoalition wie paralysiert und hat es entgegen eigener Versprechungen nicht geschafft, nach den Sommerferien eine Überarbeitung des Klima-Masterplans auf den Weg zu bringen“, so Hahn. Eine Woche vor dem Klimastreik habe die Koalition zwar ein umfassendes Klimapaket angekĂŒndigt. Bis heute liege allerdings immer noch nichts vor. Hahn: „Der CO2-Ausstoß wird sich durch AnkĂŒndigungen und AbsichtserklĂ€rungen nicht reduzieren lassen. Die Lethargie und Unentschlossenheit dieser Koalition ist in der Klimafrage nicht tolerierbar. Der fĂŒr das Klima notwendige Systemwandel bedeutet in Frankfurt zu aller erst ein Wechsel in der Gangart der Stadtregierung.“

Seit einem Jahr gingen die Futures auf die Straßen, vor einem Viertel Jahr schon hĂ€tten sie ihre konkreten Forderungen fĂŒr Frankfurt prĂ€sentiert. „An diesen wird sich das Maßnahmenpaket der Stadtregierung messen lassen mĂŒssen. Ist es geeignet, um bis 2030 die Nettonull und 100 Prozent Erneuerbare Energie zu erreichen, schafft es Grundlagen einer ökologischen und sozialen Stadtentwicklung und wird es die Verkehrswende anpacken? Das wird entscheidend sein“, so Hahn abschließend.

Papier sei geduldig und keineswegs gleichbedeutend mit dem Ergreifen aktiver Maßnahmen gegen den Klimawandel. DIE LINKE. im Römer rufe daher alle Menschen auf, sich im Rahmen des Klimastreiks und der Klimawoche an den zahlreichen Aktionen fĂŒr mehr Klimaschutz zu beteiligen.

Freitag, 20.09., Start der Demonstration mit DIE-LINKE-Block ist um 12 Uhr an der Alten Oper. Die Demonstration ist der Auftakt einer Aktionswoche „WeekForClimate“, die vom 21.09. bis zum 27.09. mit weiteren Aktionen, Workshops und Podiumsdiskussionen stattfinden wird. Weitere Informationen hier.

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Nicht reden: Handeln! Istanbul-Konvention endlich umsetzen!

Am Dienstag, den 17.09.2019 veranstaltete die Fraktion DIE LINKE. im Römer die Podiumsdiskussion „Istanbul-Konvention zur VerhĂŒtung und BekĂ€mpfung von Gewalt gegen Frauen. Perspektiven fĂŒr Frankfurt“. Dazu Monika Christann, Stadtverordnete der Fraktion DIE LINKE. im Römer:

„Die Veranstaltung war ein großer Erfolg. Der Saal war voll und von einer breiten Öffentlichkeit besucht. Die Referentinnen haben sehr eindringlich vermittelt, welche Rechte und Möglichkeiten die 81 Artikel, die sich hinter der Konvention verbergen, mit sich bringen. Vielen ist die Istanbul-Konvention bisher leider kaum bekannt. Mit der Veranstaltung haben wir eine große feministische Errungenschaft in Frankfurt sichtbarer gemacht.“

Die Referentinnen haben ĂŒber die Inhalte und Ziele der Istanbul-Konvention referiert, Praxisbeispiele und Herausforderungen eingebracht. Vor allem der Vorbehalt Deutschlands gegen den Artikel 59, der geflĂŒchteten Frauen* den gleichen Schutz unabhĂ€ngig vom Aufenthaltsstaus des Ehemannes zusichert, wurde sowohl von den Referentinnen als auch aus dem Publikum kritisiert.

„Jetzt muss die Konvention endlich umgesetzt werden! Das Übereinkommen des Europarates zur VerhĂŒtung und BekĂ€mpfung von Gewalt gegen Frauen wurde bereits 2011 in Istanbul unterzeichnet, daher der Name“, so Christann.

Mit der Istanbul-Konvention, die durch die Ratifizierung 2018 in Kraft trat und gleichrangig mit einem Bundesgesetz ist, werden beispielsweise PrĂ€vention, Schutz und UnterstĂŒtzung von Frauen*, aber auch die Überwachung der Einhaltung der Konvention verpflichtend fĂŒr Bund, LĂ€nder und Kommunen.

„Wir halten es nicht fĂŒr einen Zufall, dass einen Tag vor unserer Veranstaltung und dem Antrag der LINKEN auf Umsetzung der Konvention im Wirtschafts- und Frauenausschuss am 17.09.19 eine gemeinsame Pressemitteilung der Regierungskoalition lanciert wurde. Mehr als anderthalb Jahre nach Inkrafttreten der Konvention hat sich die Koalition nicht gerĂŒhrt. Nun ĂŒbernimmt sie zwar mit der Bedarfsanalyse eine Forderung einer Frauenorganisation beim Runden Tisch vom 13.09.2019 und könnte damit eine nötige Grundlage schaffen. FĂŒr die Umsetzung der Istanbul-Konvention muss jedoch sehr schnell sehr viel mehr passieren“, so Christann. „Wir wissen, dass Papier geduldig ist und offensichtlich wird sich nur durch den von uns nun öffentlich erzeugten Druck etwas tun. Insofern sehe ich es als ersten Erfolg, dass die Koalition nun aufgeschreckt ist und einen ersten Schritt ankĂŒndigt. Wir werden ĂŒberprĂŒfen, ob das Reden zum Handeln wird.“

Der Antrag NR 945 der LINKEN auf Umsetzung der rechtsgĂŒltigen Istanbul-Konvention wurde mit der Mehrheit der Regierungskoalition im Wirtschafts- und Frauenausschuss am 17.09.19 zurĂŒckgestellt.

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CDU auf Lobby-Kurs

OberbĂŒrgermeister Peter Feldmann wird vom Frankfurter CDU-Kreisverband und der CDU-Bundestagsabgeordneten Bettina M. Wiesmann wegen seiner kritischen Haltung zum Auto attackiert. Wiesmann und der Vorsitzende des Fachausschusses Verkehr der CDU-Frankfurt, Frank Nagel, fordern den RĂŒcktritt von Feldmann aus dem Aufsichtsrat der Messe Frankfurt und der Fraport. Die CDU reagiert damit auf die Ausladung vom OberbĂŒrgermeister Feldmann von der Internationalen Automobil Ausstellung (IAA) durch den Veranstalter.

Gerade in Zeiten des Klimawandels hĂ€tte die Frankfurter-CDU die Position des OberbĂŒrgermeisters unterstĂŒtzen können, so Pauli, Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE. im Römer. „Mit seiner kritischen Haltung gegenĂŒber der Automobilindustrie hat der OberbĂŒrgermeister die Interessen der Stadt und ihrer Bewohnerinnen vor die Profitinteressen der Autoindustrie gestellt. Er wollte in seiner geplanten Rede zur Ausstellungseröffnung der IAA darauf hinweisen, dass Frankfurt mehr öffentlichen Personennahverkehr braucht und weniger SUVs. Die CDU aber schwingt sich zur Propagandistin der Autoindustrie auf und fordert den RĂŒcktritt des OberbĂŒrgermeisters  als Aufsichtsratsvorsitzenden der Frankfurter Messe.“

Pauli sieht in der Kritik der CDU ihr Festhalten an alten Denkmustern. Pauli: „Wieder einmal ist die CDU in Frankfurt voll auf Retrokurs und trĂ€umt offensichtlich immer noch von der autogerechten Stadt. Sie nimmt gar nicht wahr, dass dieser Traum sich in Frankfurt mittlerweile in einen Albtraum verwandelt hat.“

Die CDU ĂŒbersĂ€he auch die Tatsache, dass die Messe Frankfurt nicht nur den Verband Deutscher Automobilhersteller (VDA) als Austeller hat. „Anstatt sich konstruktive Gedanken ĂŒber eine zeitgemĂ€ĂŸe MobilitĂ€tsmesse zu machen, zeigt die CDU-Position, dass sie immer noch die Partei der Autofetischist*innen ist und Kritik an der Autoindustrie als MajestĂ€tsbeleidigung bewertet. Selbst der ADAC ist in der Automobilfrage weiter als die CDU“, sagt Pauli.

FĂŒr Wiesmann und Nagel wĂ€re Wirtschaftsdezernent Markus Frank besser fĂŒr den Aufsichtsratsvorsitz bei der Messe und Fraport geeignet. „Damit macht die CDU ĂŒberdeutlich, welche Interessen sie tatsĂ€chlich vertritt: Denn ein Tankstellenbesitzer ist immer der beste Lobbyist fĂŒr die Automobilindustrie“, so Pauli abschließend.

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Dokumentation: Vom „FlĂŒchtling“ zum Nachbarn

Am 24. August 2019 fand die internationale Tagung „Vom „FlĂŒchtling“ zum Nachbarn statt. Kommunalpolitiker*innen und Aktivist*innen aus verschiedenen europĂ€ischen Kommunen berichteten ĂŒber ihre Erfahrungen.

Im ersten Panel berichteten die Teilnehmer*innen ĂŒber Flucht und Migration als Herausforderung fĂŒr Europas Kommunen. Es ging um Sichere HĂ€fen und Solidarity Cities, Beispiele und Strategien der Aufnahme und der UnterstĂŒtzung, staatliche Behinderungen, HĂŒrden  und mögliche SpielrĂ€ume fĂŒr die Akteur*innen.

Eine EinfĂŒhrung erfolgte durch Wenke Christoph vom Europareferat der Rosa-Luxemburg-Stiftung in Berlin.

Im zweiten Panel diskutierten die Teilnehmer*innen die Frage, ob Integration nur kommunal gelingen kann. Dabei ging es um die Themen Wohnen, Sprache, Beschulung, Gesundheit, Arbeit – Gelingende Aufnahme in die Gesellschaft – Integration und (kulturelle und ethnische) IdentitĂ€t.

Eine  EinfĂŒhrung in das Thema erfolgte durch Dieter Storck, Vorsitzender der Rosa-Luxemburg-Stiftung Hessen.

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Überleben im KZ – Lesung und Musik

SchĂŒler*innen der Oberstufe des Campus Klarenthal in Wiesbanden und Omas gegen Rechts lasen aus „Und eisig weht der kalte Wind“ von Ricardo Lenzi Laubinger. Der Autor erzĂ€hlt darin die Geschichte seiner Mutter Bertha Weiss, eine deutsche Sintiza aus Hamburg. Sie wurde zusammen mit ihren Angehörigen im Mai 1940 von den Nationalsozialisten in die Konzentrationslager verschleppt. Else Weiss ĂŒberlebte als einzige ihrer Familie.

Die Lesung fand am 4. September 2019 im Haus am Dom statt.
Mehr Infos zum Autor und Buch finden Sie hier: http://www.sinti-union-hessen.de.rs/buch-und-eisig

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#aussteigen – IAA in der Form kann weg

DIE LINKE. im Römer unterstĂŒtzt die Proteste gegen die Internationale Automobil-Ausstellung (IAA). Dazu erklĂ€rt Pearl Hahn, umweltpolitische Sprecherin der Fraktion:

„Der Verkehrssektor ist in der EuropĂ€ischen Union fĂŒr ca. 30 Prozent der klimaschĂ€dlichen CO2-Emissionen verantwortlich. In InnenstĂ€dten ist der Straßenverkehr gleichzeitig mit ca. 60 Prozent die grĂ¶ĂŸte Quelle der Stickoxid-Belastung. Die SchĂ€den, die der motorisierte Individualverkehr an Mensch, Umwelt und öffentlichen Kassen verursacht, wollen wir nicht weiter hinnehmen. Die autogerechte Stadt ist von gestern. Der Verkehrsraum muss zugunsten des umweltfreundlichen Verkehrs umverteilt werden, damit wir die Klimakrise in den Griff bekommen, aber auch damit die LebensqualitĂ€t wieder in die Stadt zurĂŒckkehrt mit Ruhe, frischer Luft und Platz zum Spielen, Spazierengehen und Erholen.“

Die Automobilindustrie mĂŒsse sich radikal wandeln, weg von der Autofixierung hin zu einer alle Verkehrsformen umfassenden Messe sozialer und nachhaltiger MobilitĂ€t. Nur so habe sie in Frankfurt eine Zukunft. Hahn: „Die IAA zieht es leider vor mit immer grĂ¶ĂŸeren, PS-starken Spritschluckern aufzuwarten und sich der notwendigen Verkehrswende zu verweigern. In der Form wird sie in Frankfurt keine Zukunft haben. Schon gar nicht, wenn der OberbĂŒrgermeister der gastgebenden Stadt davon abgehalten wird, eine kritische Rede zum Zustand der Automobilindustrie zu halten. Er hĂ€tte wohl den vielen tausend Menschen aus der Seele gesprochen, die sich in den nĂ€chsten Tagen an den Protesten des Aussteigen-BĂŒndnisses beteiligen werden.“

DIE LINKE. im Römer rufe alle Menschen auf, sich fĂŒr mehr Klimaschutz, weniger Autos in der Stadt und den Vorrang fĂŒr Fuß-, Rad- und den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs einzusetzen. Die Stadtverordneten der Fraktion DIE LINKE. im Römer werden sich mit vielen weiteren Menschen, die eine schnelle Verkehrswende einfordern, an der Fahrrad-Sternfahrt und der Demonstration beteiligen.

Samstag, 14. September, Start der fußlĂ€ufigen Demonstration mit DIE-LINKE-Block ist um 11:30 an der Hauptwache

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Veranstaltung: Istanbul-Konvention zur VerhĂŒtung und BekĂ€mpfung von Gewalt gegen Frauen*. Perspektiven fĂŒr Frankfurt

Podiumsdiskussion | 17.09.2019 | 19 Uhr | Haus am Dom| Eintritt frei

Das „Übereinkommen zur VerhĂŒtung und BekĂ€mpfung von Gewalt gegen Frauen und hĂ€usliche Gewalt“ des Europarats, kurz „Istanbul-Konvention“, ist ein Meilenstein auf dem Weg zur Gleichstellung der Geschlechter. Bereits 2011 wurde die Konvention in Istanbul von den Mitgliedsstaaten des Europarats unterzeichnet. Erst im Oktober 2017 ratifizierte die Bundesregierung den Menschenrechtsvertrag, der am 1. Februar 2018 in Deutschland in Kraft trat. Die Konvention muss seitdem insbesondere in den Kommunen umgesetzt werden und hat den Rang eines Bundesgesetzes.

Die Fraktion DIE LINKE. im Römer lĂ€dt zur Podiumsdiskussion mit kompetenten Expertinnen aus Theorie und Praxis ein, um die Öffentlichkeit ĂŒber Inhalte, Ziele und Handlungsmöglichkeiten der Konvention vertraut zu machen.

 

Am Dienstag | 17.09.2019

ab 19 Uhr

im Haus am Dom | Domplatz 3, Frankfurt am Main

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Verkehrswende fĂŒr ganz Frankfurt – Akzeptanz und AufenthaltsqualitĂ€t fĂŒr das Mainufer schaffen

Die Öffnung des Mainkais fĂŒr den Fuß- und Radverkehr wird kontrovers diskutiert. Vor allem aus Sachsenhausen sind Stimmen laut geworden, die die Verkehrsbelastung des Stadtteils kritisieren. Dazu erklĂ€rt Martin Kliehm, verkehrspolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE im Römer:

„DIE LINKE. im Römer steht zum Beschluss der Stadtverordnetenversammlung zur Verkehrs­beru­hi­gung des nördlichen Mainufers. Es ist nicht zielfĂŒhrend, hier wieder mehr Verkehr zu erzeugen. Vielmehr muss in ganz Frankfurt dafĂŒr gesorgt werden, dass der Durchgangsverkehr reduziert wird. DafĂŒr brauchen wird endlich einen großen Wurf in der Verkehrspolitik. Dazu gehört eine Umvertei­lung des Verkehrsraums zugunsten umweltfreundlicher Verkehrsmittel. Einzelne Straßensperrungen sind und können Teil dieser ĂŒberfĂ€lligen Verkehrswende sein, dabei mĂŒssen aber selbstverstĂ€ndlich auch die Ausweichverkehre mitgedacht werden.“

Auf Sachsenhausen bezogen könne die Verkehrswende etwa mittels Durchfahrtverboten fĂŒr den Schwerlastverkehr, der Ausweisung von Tempo 30 oder Anliegerstraßen sowie der Umwidmung von Autoverkehrsspuren zu Radwegen gelingen. Kliehm: „Die Sperrung darf nicht einseitig zulasten eines einzelnen Stadtteils gehen. Verkehrsdezernent Klaus Oesterling und der Ortsbeirat haben die Sper­rung des Schaumainkais ins Spiel gebracht. Wir erwarten darĂŒber hinaus weitere verkehrs­steuernde und -reduzierende Maßnahmen. Auch muss das Dezernat Verkehrsteilnehmende mit Staugefahr- und Umleitungsbeschilderungen besser auf geĂ€nderte VerkehrsfĂŒhrungen hinweisen sowie darauf abgestimmte Ampelschaltungen einrichten.“

Zugleich soll am Mainkai die AufenthaltsqualitĂ€t verbessert werden. „Wenn es Ziel der Stadt ist, dass sich die Menschen den frei gewordenen öffentlichen Raum aneignen, dann mĂŒssen dafĂŒr die Voraus­setzungen und punktuell Anreize geschaffen werden. DafĂŒr braucht es eine rĂ€umliche Trennung des Rad- vom Fußverkehr und zur Hitzeregulierung eine BegrĂŒnung. WĂ€hrend der extrem heißen Sommertage war es auf dem nackten Asphalt kaum auszuhalten“, so Kliehm. Um die Menschen auf die gesperrte Straße zu holen,  mĂŒssten Attraktionen geschaffen werden. In den Sommer-, Herbst- und FrĂŒhjahrsmonaten könnten mobile BĂŒcher­schrĂ€n­ke und Kleider­tauschboxen aufgestellt werden. Ein Tanzparkett, Beachvolleyball-, Streetball- und BouleplĂ€tze könnten auch temporĂ€r eingerichtet werden. In den Winter­monaten könnte der Weihnachtsmarkt bis auf den Mainkai ausgedehnt und in dem Zuge auch eine Schlittschuh­bahn aufgeboten werden.

Kliehm abschließend: „Die SchĂ€den, die der motorisierte Individualverkehr an Mensch, Umwelt und öffentlichen Kassen verursacht, wollen wir nicht weiter hinnehmen. Die autogerechte Stadt ist von vorgestern. Einige Menschen sind auf das Auto angewiesen, aber die anderen mĂŒssen wir zum Umsteigen auf umweltfreundlichere Verkehrsmittel bewegen. Dazu gehören auch Busse und Bahnen, die gĂŒnstiger, pĂŒnktlicher und höher getaktet sind. Wir wollen, dass LebensqualitĂ€t in die Stadt zurĂŒckkehrt mit Ruhe, frischer Luft und Platz zum Spielen, Spazierengehen und Erholen.“

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Tag der Wohnungslosen

Heute ist der jĂ€hrliche „Tag der Wohnungslosen“. Der Aktionstag macht auf Menschen aufmerksam, die keine Wohnung haben und in NotunterkĂŒnften, Wohnheimen, Pensionen und Hotels (Hostels) untergebracht sind oder auf der Straße leben. Allein in Frankfurt waren im Jahr 2017 599 Familien als wohnungslos registriert – darunter 1.062 Kinder unter 18 Jahren. SchĂ€tzungsweise ĂŒber 5.000 Menschen sind in Frankfurt von Wohnungslosigkeit betroffen, rund 200 leben auf der Straße.

Dominike Pauli, Fraktionsvorsitzende der Fraktion DIE LINKE. im Römer:

„Dass immer mehr Menschen sich in Frankfurt keine eigene Wohnung leisten können, ist ein weiterer Beleg fĂŒr die zunehmende soziale Spaltung in dieser Stadt. Von Armut betroffene Menschen werden unsichtbar gemacht und an den Rand der Gesellschaft gedrĂ€ngt. Neben einer Kehrtwende in der kommunalen Wohnungspolitik, hin zu mehr bezahlbarem Wohnraum, sind ebenso konkrete Lösungen fĂŒr betroffene Gruppen erforderlich.“

Eine von Wohnungslosigkeit und Straßenobdachlosigkeit betroffene Gruppe sind die Wanderarbeiter*innen in Frankfurt. Sie besitzen meist keine AnsprĂŒche auf Sozialleistungen, was sie dazu zwingt, in selbsterrichteten Lagern zu leben. Seit Jahren ist die Situation der Wanderarbeiter*innen in Frankfurt bekannt und bleibt trotzdem unverĂ€ndert. Die Stadt weigert sich, Hilfsangebote zu schaffen, die ĂŒber eine Übernachtungsmöglichkeit auf dem Boden der U-Bahnstation am Eschenheimer Tor in den Wintermonaten hinausgehen und den Menschen eine echte Perspektive ermöglicht.

„Als langfristige Lösung fordert unsere Fraktion schon seit Jahren ein sogenanntes Boardinghouse – eine Unterkunft zum Schutz vor der Witterung und Raum fĂŒr die notwendigsten LebensbedĂŒrfnisse und den zum tĂ€glichen Leben unentbehrlichen Hausrat. Mit einer festen Adresse wĂ€re zum Beispiel der Zugang zu geregelten ArbeitsverhĂ€ltnissen möglich. Die Römerkoalition aus CDU, SPD und GrĂŒne muss endlich einsehen, dass ihre Abschreckungs- und Vertreibungspolitik von sowieso marginalisierten Menschen keine Lösung ist“, so Pauli

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Lebensgefahr wegen unterlassener Instandhaltung

Die Legionellenbelastung in den HĂ€usern Ginnheimer Landstraße 164–180 besteht seit Jahren immer wieder. Im letzten Jahr und dann wieder im April und Juli diesen Jahres wurde das Duschen vom Gesundheitsamt untersagt. Nun ist der Frankfurter Allgemeinen Zeitung zu entnehmen, dass seit einigen Tagen zusĂ€tzlich eine Blei-Belastung besteht, durch die das Leitungswasser nicht einmal mehr zum Abwaschen und Kochen genutzt werden kann. Auf eine Anfrage der LINKEN von Ende August (F 2049) antwortete der Magistrat, dass er Kontakt mit dem EigentĂŒmer hĂ€lt und „alle notwendigen Maßnahmen zum Schutz der Nutzer[*innen] eingeleitet wurden“.

Eyup Yilmaz, wohnungspolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE. im Römer, kommentiert: „In diesem Fall ist das Standardvorgehen offensichtlich zu wenig! Das Problem hat sich in den letzten zwei Wochen durch die Bleibelastung sogar noch verschĂ€rft. Schon viel frĂŒher hĂ€tte das Gesundheitsamt dem EigentĂŒmer die Sanierung vorschreiben mĂŒssen, um das Problem langfristig zu beheben statt die Mieter*innen fĂŒr Wasserfilter bezahlen zu lassen.“

Yilmaz weiter: „Wir sehen immer wieder wie EigentĂŒmer*innen große HausbestĂ€nde verfallen lassen, bis das Wohnen dort lebensgefĂ€hrlich wird. Das gleiche haben wir erst letzten Donnerstag von Mieter*innen der Vonovia gehört. Die Stadt muss gegen diese unterlassenen Instandhaltungen vorgehen. Denn zu Instandhaltungen sind EigentĂŒmer*innen verpflichtet und die Kosten dĂŒrfen sie nicht auf die Miete aufschlagen. Dass die UntĂ€tigkeit in einer Gesundheits- und sogar LebensgefĂ€hrdung fĂŒr die Bewohner*innen endet, ist nicht zu verzeihen!“

Mieter*innen, deren Wohnungen nicht bewohnbar sind, können die Miete mindern. Hierzu beraten beispielsweise Mieter*innen-Vereine.

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