Hausverkauf im Nordend öffnet Tür und Tor für Spekulation

Zum Verkauf eines Mehrfamilienhauses in der Leibnizstraße im Nordend, äußert sich Deniz Avan, Stadtverordneter der Fraktion Die Linke im Römer:

„Schon wieder wird ein Mehrfamilienhaus in bester Innenstadtlage zu Marktpreisen verkauft und damit der Spekulation freigegeben. Auf Immobilenscout wird dieses Haus in Millionenhöhe mit dem Verweis angeboten, dass die Wohnungen aktuell vermietet seien und ‚hier interessantes Potenzial [läge]‘. Offenkundig wird das Verwertungspotenzial für künftige Käufer*innen angepriesen. Was für die einen nur Kalkulationen zum Zwecke der Gewinnmaximierung sind, bedeutet für die anderen eine existenzielle Gefahr: Wenn diese Immobilie an einen privaten Investor übergeht, dann steigt die Verdrängungsgefahr für die 17 betroffenen Familien enorm. Eins ist nämlich klar: Die neuen Eigentümer*innen werden um jeden Preis versuchen, den Kaufpreis zu refinanzieren – entweder durch Mieterhöhungen, Modernisierung oder gar Entmietung. Das zeigt, wie rücksichtslos und mieter*innenfeindlich der private Immobilienmarkt funktioniert.“

Der Hausverkauf in der Leibnizstraße sei kein Einzelfall, sondern passiere tagtäglich in Frankfurt. Avan erklärt: „Jeden Tag wechseln Häuser die Eigentümer*innen und alteingesessene Mieter*innen müssen um ihr Zuhause fürchten. Um diese Menschen wirksam vor Verdrängung zu schützen, hilft nur eins: Wohnraum dem Markt entziehen. Nur Wohnungen in öffentlicher und gemeinnütziger Hand schützen vor unmenschlichen Verwertungslogiken.“

Konsequenter Einsatz für kommunales Vorkaufrecht

Avan fordert: „Um solche Verdrängungsprozesse aufzuhalten, muss die Stadt Frankfurt ihren kommunalen Wohnungsbestand massiv erhöhen. Es braucht ein städtisches Rückkaufprogramm für ehemals öffentliche Wohnungen, eine Offensive im sozialen Wohnungsbau und den konsequenten Einsatz für die Stärkung des kommunalen Vorkaufsrechtes. Für das Haus in der Leibnizstraße sollte die Stadt Frankfurt in Verhandlung mit den jetzigen Eigentümer*innen gehen, mit dem Ziel, es anzukaufen.“

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