Der neue Frankfurter Mietspiegel für 2026 soll diesmal – mit Verzögerung und ungewöhnlicherweise durch Beschluss der Stadtverordnetenversammlung – spätestens ab dem 1. Juli 2026 in Kraft treten. Wie zu erwarten war, hat sich die durchschnittliche ortsübliche Vergleichsmiete erneut erhöht. Dazu erklärt Deniz Avan, Stadtverordneter der Fraktion Die Linke im Römer:
„Der neue Mietspiegel für 2026 kommt bald und er verheißt dunkle Zeiten für die Menschen in Frankfurt. Die durchschnittliche Mietspiegelmiete wird bei 12,28 Euro pro Quadratmeter liegen. Das bedeutet, dass Vermieter*innen die Miete bald wieder orientierend am Mietspiegel kräftig erhöhen können und das auf völlig legale Weise. Die Entwicklung der Mieten in Frankfurt kennt nur eine Richtung: steil nach oben. Die Zahlen für dieses Jahr sind besonders dramatisch. Im Vergleich zum Mietspiegel von 2022 ist das eine Steigerung von unglaublichen 19,3 Prozent. Eine solche Steigerung zwischen zwei neu erstellten Mietspiegeln gab es noch nie und sie ist äußerst besorgniserregend. In Frankfurt droht nun ein massiver Anstieg der Mieten, der katastrophale Folgen für Tausende Mieter*innen haben wird, die ihre Miete schon jetzt kaum noch aufbringen können. Dieser Mietspiegel wirkt wie ein Brandbeschleuniger auf bereits bestehende soziale Notlagen in Frankfurt und wird gleichzeitig neue schaffen.“
Zu Recht hätten mehrere Mieter*innenvereine, wie Mieter helfen Mietern Frankfurt e.V. und der Interessenverband Mieterschutz, den neuen Mietspiegel nicht anerkannt. Avan erklärt: „Die Berechnung des Mietspiegels in Frankfurt weist gravierende Mängel auf. Das Mietspiegelverfahren berücksichtigt ausschließlich Neuvermietungen und Mietpreisveränderungen. Bestandswohnungen und geförderte Wohnungen, die oftmals bezahlbar sind, werden überhaupt nicht berücksichtigt. Stattdessen fließen zahlreiche überhöhte Marktmieten, die rechtlich nicht zulässig wären und die Kriterien für Mietwucher erfüllen, in die Berechnung ein. Der Mietspiegel in Frankfurt ist in seiner jetzigen Form völlig verzerrt und mieter*innenfeindlich. Er bedarf einer grundlegenden Überarbeitung, sonst kann sich bald nur noch eine Handvoll Menschen das überteuerte Leben in dieser Stadt leisten.“
Avan abschließend: „Mit der künftigen Regierung unter CDU-Führung, die ein wohnungspolitisches Rollback bedeutet, werden die Mieten und damit der Mietspiegel noch weiter explodieren. Anstatt sich weiter auf Wohngeld zu verlassen, dass im Endeffekt eine staatliche Förderung der privaten Immobilienwirtschaft ist, brauchen wir dauerhaft günstige Wohnungen fernab von Marktprinzipien. Die Stadt muss endlich aus ihrem Dornröschenschlaf erwachen und die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum selbst in die Hand nehmen.“
