Riederwaldtunnel: Keine Priorität für Arten- und Naturschutz

Die verbliebene Käferinsel im Rodungsgebiet für den Riederwaldtunnel darf gefällt werden, wie der hessische Verwaltungsgerichtshof entschied. Die Linke im Römer schließt sich der Kritik von Initiativen, Anwohner*innen und Naturschützer*innen an. Dazu äußert sich Daniela Mehler-Würzbach, klimapolitische Sprecherin der Fraktion:

„Es ist erschütternd, dass dem Arten- und Naturschutz so wenig Priorität eingeräumt wird, dass der schützenswerte Heldbockkäfer, nicht adäquat umgesiedelt wird, sondern Tötungen und Zerstörungen billigend in Kauf genommen werden. Die Käferinsel im Fechenheimer Wald kann nun jeden Tag gefällt werden, obwohl es vermutlich noch Jahre dauern wird, bis dieses Gebiet bebaut wird. Das ist ein Schlag ins Gesicht aller Menschen, die seit Jahren mit Herzblut um die Rettung des Waldes und der dort lebenden bedrohten Arten kämpfen. Ihnen gebührt unser Dank und unsere tiefste Wertschätzung.“

Mehler-Würzbach kritisiert: „Der Ausnahmefall wird durch diese Gerichtsentscheidung immer weiter zum Regelfall. Der Schutz von Natur und Arten wird auf die Ersatzbank delegiert, während die Durchsetzung einer jahrzehntealten und überholten Planung als unvermeidbar dargestellt wird. Dass ökologisch wertvoller Wald für den Irrsinn einer extrem teuren und aus der Zeit gefallenen Autobahn zerstört wird, entbehrt weiterhin jedem gesunden Menschenverstand. Die Frage, was hier eigentlich im öffentlichen Interesse liegt, bedarf einer überfälligen Neubewertung.“

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