Podiumsdiskussion „Wohnraum ist keine Ware“

Wohnen macht arm. Die Mieten explodieren. Immer mehr Menschen finden keine bezahlbare Wohnung. Warum? Einerseits werden kaum neue günstige Wohnungen geschaffen: In letzten fünf Jahren wurden nur 614 Sozialwohnungen gebaut. Gleichzeitig sind über 3.000 Sozialbindungen ausgelaufen. Zudem stehen Tausende Wohnungen leer, bleiben ungenutzt und werden dem Verfall preisgeben. Wenn gebaut wird, dann zumeist teuer. Bezahlbarer Wohnraum ist und bleibt in Frankfurt Mangelware.

In dieser Veranstaltung wollen wir über folgende Fragen sprechen: Wieso steigen die Mieten? Wie äußert sich die Wohnungskrise konkret? Welche Menschen trifft die Wohnungsnot am meisten? Wie lässt sich Verdrängung verhindern? Und vor allem: Was kann die Kommune gegen steigende Mieten tun?

Klar ist: Wohnungen sind das Zuhause von Menschen, keine Geldanlage. Der Zugang zu angemessenem Wohnraum ist eine wichtige öffentliche Aufgabe. Eine sichere und bezahlbare Wohnung zu haben, in der man gut leben kann, muss im Zentrum der Stadtpolitik stehen. Gemeinsam mit euch wollen wir darüber diskutieren, wie wir dem Recht auf Wohnen ein Stück näherkommen und welche kommunalen Handlungsmöglichkeiten wir nutzen können.

Die Veranstaltung findet am 26.01.2026 um 19 Uhr im Gallus Theater in der Kleyerstr. 15 statt.

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Wohnen ist ein Grundrecht: ABG-Mietenstopp muss für alle Wohnungen gelten

In Frankfurt herrscht Wohnungsnot. Die Mieten steigen, die Sorgen auch. Für viele Menschen ist das Wohnen längst zur größten finanziellen Belastung geworden. Deshalb fordert Die Linke im Römer in einem Antrag: Der Mietenstopp bei der städtischen ABG Holding (ABG) muss für alle über 54.000 Wohnungen gelten – ohne Ausnahmen.

„Wer wenig Geld hat, kann sich keine Ausnahmen leisten“, sagt Dominike Pauli, wohnungspolitische Sprecherin der Fraktion die Linke im Römer. „Ein Mietenstopp, der nur für einen Teil der Wohnungen gilt, ist wie ein Regenschirm mit Löchern: Er sieht gut aus, schützt aber nicht wirklich. Gerade Menschen mit niedrigen Einkommen leiden besonders unter den steigenden Mieten. Oft bleibt am Ende des Monats kaum Geld für Essen, Kleidung oder die Klassenfahrt der Kinder. Viele zahlen heute schon über ein Drittel, manche sogar die Hälfte ihres Einkommens nur fürs Wohnen. Das ist kein Leben in Sicherheit, das ist Dauerstress.“

Pauli verweist auf den sozialen Auftrag der ABG: „Die ABG ist eine städtische Wohnungsgesellschaft. Ihr Auftrag ist klar und steht so im Gesellschaftervertrag: bezahlbaren Wohnraum für alle sichern – nicht Gewinne maximieren. Die ABG steht wirtschaftlich bestens da. Im letzten Jahr hat sie satte 95,8 Millionen Euro Gewinne gemacht. Niemand kann ernsthaft behaupten, diese Mieterhöhungen seien notwendig. Die ABG kann sich einen Mietenstopp ohne Ausnahmen leisten.“

Pauli abschließend: „Die Stadt Frankfurt trägt Verantwortung für ihre eigene Wohnungsgesellschaft. Die ABG gehört der Stadt. Und die Stadt muss dafür sorgen, ihre Bewohner*innen angemessen mit Wohnraum versorgt werden. Bezahlbares Wohnen darf kein Glücksfall sein. Es muss die Regel sein – gerade bei öffentlichen Wohnungsunternehmen.“

Der Antrag wird im heutigen Planungsausschuss am 20.01. um 17 Uhr (Bethmannstraße 3, Raum 307) diskutiert. Der ABG-Mietenstopp sieht vor, dass die Mieten in ABG-Wohnungen bis 2030 um durchschnittlich nur ein Prozent pro Jahr erhöht werden dürfen.

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Neuregelung des Erbbaurechts sozialökologisch und familienfreundlich gestalten

Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen:

 

Dem Magistratsvortrag M 213/25 vom 05.12.2025 „Vertragliche Inhalte städtischer Erbbaurechte – Ergänzung und Änderung zu bisherigen Beschlüssen“ wird mit folgenden Maßgaben zugestimmt:

 

  1. Unter 1.3 wird der Punkt „Mieterhöhungen nach notwendigen Modernisierungen betragen höchstens 75 % der gesetzlich zulässigen Modernisierungsumlage“ auf Seite 3 in „Mieterhöhungen nach notwendigen energetischen Modernisierungen betragen höchstens 75 % der gesetzlich zulässigen Modernisierungsumlage. Zusatz: Dabei wird die OVM nicht überschritten.“ geändert.
  2. Die Deckelung bei der Familienermäßigung in Höhe von 500 Euro pro Jahr und Kind auf Seite 4 wird gestrichen. Die bisherige Regelung bleibt bestehen, bei der pro Kind eine Reduzierung des Erbbauzinses um 20 % des Erbbauzinses gewährt wird.
  3. Zudem wird eine zusätzliche Regelung eingeführt: „Erbbaurechtsverträge, die seit dem 1.1.2021 unter den damals geltenden gesetzlichen Bedingungen neu abgeschlossen oder verlängert wurden, können im Einzelfall durch Beantragung an die aktuell gültige Erbbauzinsregelung angepasst werden. Erbbauberechtige, die nach den neuen Vorgaben Anspruch auf einen Mischerbbauzins, eine Ermäßigung oder einen Bodenwertabschlag haben, können ab Beschlussdatum eine Vertragsänderung mit den neuen Konditionen verlangen. Eine Erstattung bereits gezahlter Erbbauzinsen sowie die Übernahme von Notar- oder Grundbuchkosten durch die Stadt ist ausgeschlossen.“

Begründung:

 Modernisierungsmaßnahmen haben ein enormes Mietsteigerungspotenzial und fördern die Verdrängung von Mieter*innen. Bei der Neuregelung des Erbbauzinses sind daher Rahmenbedingungen notwendig, die Mieterhöhungen nach Sanierungen stärker begrenzen. Es sollen ausschließlich notwendige energetische Sanierungsmaßnahmen vorgenommen und auf die Mieten umgelegt werden können, die einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Kostentreibende und aufwertende Maßnahmen, wie z.B. der Anbau von Balkonen, die keine signifikante ökologische Verbesserung bewirken, aber zu erheblichen Mietsteigerungen führen können, sind zu vermeiden.

 

Familien mit Kindern sollen auch nach der Neuregelung von einer Ermäßigung profitieren und keinen Nachteil erfahren. Eine Deckelung auf 500 Euro pro Kind würde einen sprunghaften Anstieg des zu entrichtenden Erbbauzinses zur Folge habe und Familien in Frankfurt zusätzlich finanziell belasten.

 

Die Anpassung von Erbbaurechtsverträgen, die nach dem 1.1.2021 geschlossen oder verlängert wurden, dient der konsequenten Umsetzung der im Koalitionsvertrag 2021 angekündigten Absenkung des Erbbauzinssatzes. Darin steht: „Das gemeinsame Ziel ist die Senkung der Erbbauzinsen auf 1,5 % oder weniger, damit geförderter und bezahlbarer Wohnraum entstehen kann und gemeinwohlorientierte Akteure unterstützt werden.“ („Ein neues Frankfurt gestalten“ – Koalitionsvertrag 2021-2026, S. 63.). Damit viele Akteur*innen, die seit Jahren auf eine Absenkung des Erbbauzinssatzes warten, von der Regelung profitieren, sollen auch Verträge berücksichtigt werden, die seit 2021 abgeschlossen oder verlängert wurden.

Die Linke im Römer

Dominike Pauli und Michael Müller

Fraktionsvorsitzende

 

Antragstellende:

 

Stv. Ayse Dalhoff

Stv. Dominike Pauli

Stv. Daniela Mehler-Würzbach

Stv. Michael Müller

Stv. Monika Christann

 

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Nein zur Verdrängung – Mieter*innen wehren sich gegen Entmietungspläne der ABG Holding

Mieter*innen der Gellertsiedlung im Nordend haben über 20 Unterschriften in einem Offenen Brief an die Geschäftsführung der städtischen ABG Holding, an Oberbürgermeister Mike Josef (SPD) und an Planungsdezernenten Marcus Gwechenberger (SPD) übergeben. Dazu äußert sich Dominike Pauli, die wohnungspolitische Sprecherin der Fraktion Die Linke im Römer:

„Dass bereits ein Drittel der Mieter*innenschaft den Offenen Brief unterstützt, ist ein großer Erfolg. Die Mieter*innen der Gellertsiedlung halten fest zusammen und senden ein starkes Signal an die ABG: Sie werden in ihren Wohnungen bleiben und nicht ausziehen. Damit stellen sie sich selbstbewusst gegen die Entmietungspläne der städtischen Wohnungsgesellschaft, welche die Siedlung für Profitzwecke aufwerten will. Das widerspricht deutlich der Erzählung der ABG, wonach angeblich alle Betroffenen zum Auszug bereit seien. Die Mietverträge sind gültig, und die ABG kann diese nicht einfach aufkündigen. Das ist ein wirksamer Hebel für die Mieter*innen, denn die ABG kann nicht einfach machen, was sie will.“

Pauli fügt hinzu: „Die Mieter*innen machen dabei klar, dass sie keiner energetischen Sanierung im Weg stehen wollen. Sie wehren sich lediglich gegen Luxusmodernisierungen, welche die Mieten nach oben treiben. Klar ist: In der Gellertsiedlung muss die Sanierung warmmietenneutral umgesetzt werden, damit die Mieten dauerhaft niedrig bleiben. Alles andere wäre unsozial. Die Mieter*innen brauchen feste Zusagen und Garantien. OB Josef und Planungsdezernent Gwechenberger sind nun gefordert, die ABG endlich wirklich auf einen sozialen Kurs zu bringen.“

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KEG-Schieflage war absehbar: Aufsichtsrat ist mitverantwortlich

Anlässlich des Ausschusses für Controlling am Montag, den 12. Januar 2026, äußert sich Michael Müller, Fraktionsvorsitzender und finanzpolitischer Sprecher der Fraktion Die Linke im Römer zur Schieflage der Konversions-Grundstücksentwicklungs-GmbH (KEG), die gestern diskutiert wurde:

„Die immensen Liquiditätsprobleme der KEG sind Folge einer völlig unzureichenden Berichterstattung über die Finanzlage und der Untätigkeit des Aufsichtsrats. Ein Anwachsen der Verschuldung, ein negatives Zinsergebnis und der steigende Liquiditätsbedarf wurden zu einer Belastung, von der ein verantwortungsvoller Aufsichtsrat natürlich Kenntnis haben sollte. Die städtischen Aufsichtsratsmitglieder müssen sich vorwerfen lassen, hier viel zu passiv agiert zu haben.“

Die Linke im Römer hatte daher Akteneinsicht gefordert: „Richtig war, dass wir als Linke Einblick in die – aus nicht nachvollziehbaren Gründen – vertraulichen Protokolle der Aufsichtsratssitzungen verlangten. Wenn jetzt die Verantwortung von Teilen der Römer-Regierung auf den ehemaligen Geschäftsführer abgeladen werden sollte, greift dies zu kurz. Die Linke kam im Rahmen der Akteneinsicht zum Schluss, dass es nicht glaubhaft erscheint, dass ein Aufsichtsrat keine Kenntnis von den massiven Liquiditätsproblemen haben konnte.“

Die Gesellschaft musste mit einem millionenschweren Darlehen vor der Insolvenz gerettet werden. Müller weiter: „Die Maßnahmen, mit denen jetzt die KEG saniert werden soll, können jedoch nicht bedeuten, dass der Immobilienbesitz der KEG an Investor*innen verscherbelt wird. Die KEG kann und darf hier nur mit öffentlichen Wohnungsbaugesellschaften ins Geschäft kommen.“

Müller abschließend: „Die Linke fordert eine viel engmaschigere Kontrolle der KEG, bessere Schulungen für die Aufsichtsrät*innen und mehr Transparenz über die Aufsichtsratstätigkeiten. Perspektivisch ist die KEG komplett in öffentliche Hand zu überführen.“

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All I want for christmas

Schöne Feiertage und einen guten Rutsch! Ab dem 5.1.2026 sind wir wieder da!

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Wegschauen ist kein Naturschutz

Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft zu den Baumfällungen im Fechenheimer Wald zeigen, wie dringend Frankfurt einen Kurswechsel im Umgang mit geschützten Waldflächen braucht. Die klimapolitische Sprecherin der Linken, Daniela Mehler-Würzbach, erklärt:

„Dass der Stadtforst an 39 Bäumen auf der CEF-Fläche, die explizit dem Naturschutz dient, angeblich keine schützenswerten Arten festgestellt haben will, obwohl ein Gutachten später in mindestens 19 Fällen das Gegenteil belegte, ist ein Skandal“, so Mehler-Würzbach. „Naturschutz funktioniert nicht nach dem Prinzip: Was man nicht sehen will, zählt nicht.“

Es wurden Brutbäume des streng geschützten Eichenheldbockkäfers und des besonders geschützten Großen Goldkäfers gefällt, ein Verstoß gegen das Naturschutzgesetz. Auch Fledermausquartierbäume und Ruhestätten anderer geschützter Tierarten seien durch das Fällen der Eichen zerstört worden.

Mehler-Würzbach dankt ausdrücklich den Bürgerinitiativen, die die Fällungen dokumentiert, angezeigt und öffentlich gemacht haben: „Ohne dieses Engagement gäbe es bis heute keine Aufklärung. Zivilgesellschaftliche Kontrolle ist unverzichtbar.“

Mehler-Würzbach: „Bevor die Kettensäge angesetzt wird, muss eindeutig und zweifelsfrei geklärt sein, dass der Artenschutz eingehalten wird. Frankfurt braucht Verlässlichkeit beim Artenschutz – nicht erst dann, wenn die Staatsanwaltschaft ermittelt.“

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Neujahrsempfang 2026: Nur Männer auf der Bühne

„Dass der Oberbürgermeister Mike Josef (SPD) für den Neujahrsempfang 2026 ein komplett männerdominiertes Programm präsentiert, ist ein politischer Offenbarungseid. Ein Neujahrsempfang, der im Programm Frauen komplett ignoriert, ist peinlich und völlig inakzeptabel“, kritisiert Daniela Mehler-Würzbach, Stadtverordnete der Linksfraktion im Römer.

„So sieht es also aus, wenn Gleichstellung nur Selbstdarstellung, aber keine Praxis ist. Frankfurt ist voller Frauen, die diese Stadt am Laufen halten – in Sport, Kultur, Wissenschaft, Politik, sozialen Einrichtungen und in der gesamten Gesellschaft. Und trotzdem null Sichtbarkeit oder Wertschätzung im Programm beim wichtigsten Empfang des Jahres. Das ist kein Versehen, das ist eine Haltung – und zwar eine veraltete,“ so Mehler-Würzbach abschließend.

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Rechenzentren sind keine Chance

Anlässlich einer Studie, die die regionalökonomische Bedeutung von Rechenzentren in Frankfurt und der Rhein-Main-Region einschätzt, äußert sich Daniela Mehler-Würzbach, klimapolitische Sprecherin der Fraktion Die Linke im Römer:

„Rechenzentren sind Riesenstromfresser, verbrauchen viel Fläche und schaffen kaum Arbeitsplätze. Ihre Betreiber sind oft internationale Unternehmen, die in ihre Geschäftsbeziehungen keinen Einblick lassen. Dass die Frankfurter Wirtschaftsdezernentin Stephanie Wüst (FDP) keine Probleme mit dieser Branche hat und sie als Chance bezeichnet, ist zutiefst besorgniserregend. In Frankfurt sehen wir derzeit Netzengpässe und Anschlussverzögerungen. Faktisch haben sich die Rechenzentrumsbetreiber schon heute sämtliche Stromkapazitäten, die irgendwie in Frankfurt zu kriegen sind, gesichert. Dabei sind die Rechenzentren bei Weitem nicht die einzigen, die Strom benötigen: Auch für die Wärmewende in Frankfurt wird Strom gebraucht – und hier erleben wir jetzt schon, wie die fehlende Anschlusskapazität zielführende Projekte wie Großwärmepumpen verunmöglicht.“

Das Rechenzentrum FRA7 wurde beim Spatenstich noch gefeiert, als Vorzeigeprojekt für Nachhaltigkeit durch Abwärmenutzung. Knapp ein Jahr später habe das Unternehmen eine Partnerschaft mit dem Energieversorger EON verkündet, um für den weiteren Ausbau gasbetriebene Generatoren zu nutzen. Mehler-Würzbach weiter: „Die Stadt muss sich ehrlich machen: Die steigende Stromnachfrage der Rechenzentren steht in direkter Konkurrenz zur klimaneutralen Stadtentwicklung. Wenn Frau Wüst die Klimaziele der Stadt über Bord werfen will, dann sind Rechenzentren in der Tat kein Problem.“

Es gebe noch weitere Probleme mit dem Zubau weiterer Rechenzentren, vom fehlenden Konzept für die Nutzung von Abwärme bis hin zur Frage, wer den kostenintensiven Netzausbau für den Stromhunger der Rechenzentren denn bezahlen wird.

Mehler-Würzbach abschließend: „Es stellt sich die Frage: Welchen Preis zahlen Gesellschaft und Endkonsument*innen dafür? Schon jetzt steht fast ein Drittel aller in Deutschland angesiedelten Rechenzentren in Frankfurt. Das reicht. Wir fordern ein Verbot von Neuzulassungen von Rechenzentren in Frankfurt. Zwei Beispiele wie es besser geht: Dublin lässt keine neuen Anschlüsse bereitstellen, in Singapur gab es ein Stopp von Neuzulassungen zwischen 2019 und 2022, mittlerweile gibt es sehr strenge Auflagen an die Energieeffizienz und Nachhaltigkeit. Rechenzentren sind keine Chance. Im Gegenteil: Wir haben ein Problem.“

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Neuer Stadtteil der Quartiere: Frankfurt rollt Investoren den roten Teppich aus

Im heutigen Haupt- und Finanzausschuss wird über die Zukunft des neuen Stadtteils „Stadtteil der Quartiere“ debattiert. Die Rest-Koalition aus SPD, Grüne und Volt wird dabei dem Antrag der CDU zustimmen, das sogenannte Quartier „Produktives Praunheim“ prioritär zu entwickeln. Die Linksfraktion hat einen eigenen Antrag eingebracht und besondere Maßgaben für den neuen Stadtteil formuliert. Dazu Dominike Pauli, wohnungs- und planungspolitische Sprecherin der Fraktion Die Linke im Römer:

„Wir sind bestürzt darüber, dass die Römerkoalition solche Zugeständnisse an die CDU macht und kleinbeigibt. Jetzt gibt es eine Mehrheit für die investorenfreundlichen Pläne, genau das Quartier zuerst zu entwickeln, das zu einem Großteil in privatwirtschaftlicher Hand ist. Dort werden Investoren das verwirklichen, was sie am besten können: Profite mit Wohnraum generieren und die Wohnungsnot weiter verschärfen. Die Stadt Frankfurt gibt die Möglichkeit, auf städtischen Flächen möglichst viel bezahlbaren Wohnraum selbst zu realisieren, aus der Hand. Der neue Stadtteil im Nordwesten wird somit, anders als behauptet, kein sozialökologisches Vorzeigequartier, sondern ein zweites Riedberg. Die Koalition begeht hier den kapitalen Fehler, in dem sie nicht das sogenannte ‚Lachgrabenquartier‘, das zu über 90 Prozent in städtischer Hand ist, priorisiert. Auch der verzögerte Bau dieses Quartiers wird vor dem Hintergrund steigender Baukosten zu einem Preisanstieg bei den Mieten führen und die Bezahlbarkeit gefährden. Nur durch die konsequente Nutzung öffentlicher Flächen als Steuerungsinstrument kann Spekulation und Verdrängung verhindert werden. Das nicht zutun, ist verheerend.“

Beim neuen Stadtteil handele sich um ein Riesenprojekt, deshalb müsse mit aller Bedacht entwickelt werden. Pauli weiter: „Für die Linksfraktion ist bei der Errichtung eines neuen Quartiers elementar, dass nicht um jeden Preis gebaut wird.  Es muss dem Bedarf an bezahlbaren Wohnraum entsprechend und ökologisch verantwortungsvoll entwickelt werden. Wir stimmen einem neuen Stadtteil nur unter der Maßgabe zu, wenn auf städtischen Flächen ausschließlich bezahlbarer und geförderter Wohnraum entsteht. Ziel muss sein, seitens der Stadt so viele private Flächen wie möglich anzukaufen, um eine gemeinwohlorientierte Stadtentwicklung voranzutreiben. Den Bau von Eigentumswohnungen oder Einfamilienhäusern lehnen wir entschieden ab.“

Mit Bedacht zu planen bedeute konkret, eine stufenweise Entwicklung vorzunehmen. Pauli fordert: „Das ‚Lachgrabenquartier“ soll priorisiert werden. Erst nach sorgfältiger Prüfung nach ökologischen und klimatischen Aspekten, besonders bezüglich nachhaltigem Bauen, der sozialen Stadtteil- und Verkehrsinfrastrukturversorgung, der Analyse der Luftströme in die Stadt, den Klimafolgen und den Auswirkungen der Bebauung auf die Artenvielfalt, kann die Entwicklung weiterer Quartiere erfolgen.“

Pauli abschließend: „Frankfurt muss endlich anfangen, die Bedarfe und Nöte der Menschen ernst zu nehmen. Wir dürfen nicht die Fehler der Vergangenheit wiederholen. Tausende müssen seit Jahren in menschenunwürdigen Notunterkünften verharren. Zwei Drittel der Menschen in dieser Stadt haben vom Einkommen her Anspruch auf eine geförderte Wohnung. Viele müssen die Stadt verlassen, weil sie es sich nicht mehr leisten können. Der neue Stadtteil könnte eine Chance für Frankfurt sein, die jedoch vertan wird, wenn weitere Luxuswohnungen gebaut werden. Frankfurt braucht endlich bezahlbaren Wohnraum für alle.“

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