Anlässlich der Ankündigung von Kulturdezernentin Ina Hartwig, dass eine städtische GmbH für den Neubau der Städtischen Bühnen gegründet und das Land Hessen nicht an der Finanzierung beteiligt werden soll, erklärt Michael Müller, kulturpolitischer Sprecher der Fraktion Die Linke im Römer:
„Die Frage wie der Neubau der Städtischen Bühnen finanziert werden soll, wurde lange vernachlässigt. Statt Finanzdebatte wurde nur die Standortdebatte geführt – worauf wir oftmals hingewiesen haben. Jetzt sehen wir das Ergebnis: die 1,3 Milliarden Euro sollen allein von der Stadt Frankfurt getragen werden und das Land Hessen zahlt keinen Cent. Das ist völlig verantwortungslos, denn die Finanzierungsfrage ist immer auch eine soziale Frage. Der Neubau der Städtischen Bühnen darf nicht dazu führen, dass am Ende Mittel bei der Freien Kulturszene fehlen.“
Müller weiter zur Finanzierungsfrage: „Es müssen dringend Finanzierungsmittel vom Land Hessen sowie von umliegenden Kommunen, wie etwa Eschborn, eingefordert werden. Diese externen Mittel sind nötig, um die gewaltige Summe überhaupt aufbringen zu können. Bei den Staatstheatern in Darmstadt, Kassel und Wiesbaden hat sich das Land Hessen schließlich auch beteiligt. In Kassel übernimmt es sogar achtzig Prozent der Sanierungskosten. Das ist also eine Sache der Verhandlung der politisch Verantwortlichen! Diese Karte darf in Frankfurt nicht bedenkenlos verspielt werden. Wir fordern den Magistrat und insbesondere die Kulturdezernentin auf, in Wiesbaden nachzuverhandeln. Das letzte Wort darf hier noch nicht gesprochen sein.“
