Die Linksfraktion hat eine Anfrage zum sozialen Wohnungsbau gestellt. Zur Antwort der Stadtregierung äußert sich Dominike Pauli, die wohnungs- und planungspolitische Sprecherin der Fraktion Die Linke im Römer:
„Frankfurt hat im sozialen Wohnungsbau einen historischen Tiefstand erreicht. Die wohnungspolitische Bilanz der Römerkoalition ist katastrophal. In den letzten fünf Jahren[1] ist der Bestand an dringend benötigten Sozialwohnungen um knapp neun Prozent geschrumpft. Von knapp 70.000 Sozialwohnungen Anfang der 1990er sind heute nur noch knapp 28.000 Sozialwohnungen übriggeblieben. Gleichzeitig sind mehr als fünfmal so viele Sozialbindungen verloren gegangen, wie neue geschaffen wurden: Über 3.200 Sozialbindungen gingen verloren, während nur 614 neue Sozialwohnungen gebaut wurden. Jede siebte Person in Frankfurt, die 2022 eine Sozialwohnung vermittelt bekommen hat, musste fünf Jahre oder sogar länger darauf warten. Diese Wartezeiten sind inakzeptabel. Die Koalition hat ihr ursprüngliches Ziel von jährlich 1.000 neuen Sozialwohnungen weit verfehlt. Sie lässt damit die vielen Menschen, die auf eine bezahlbare Wohnung angewiesen sind, völlig im Stich.“
Pauli kritisiert: „Gleichzeitig werden jedes Jahr Mittel in Millionenhöhe für den sozialen Wohnungsbau bereitgestellt – 2024 waren es 154 Millionen Euro –, doch nur 23 Prozent davon wurden tatsächlich abgerufen. Das Geld wäre viel sinnvoller genutzt, wenn die Stadt es selbst in die Hand nehmen und selbst Sozialwohnungen bauen würde. Zudem sind nur ein Drittel der Wohnungen der städtischen ABG Holding gefördert. Das ist viel zu wenig.“
Abschließend sagt Pauli: „Die Stadt Frankfurt tut herzlich wenig gegen die desaströse Wohnungsnot in dieser Stadt. Stattdessen werden weiterhin teure Luxuswohnungen und überflüssige Bürotürme hochgezogen, während sinnloser Leerstand toleriert wird. Frankfurt muss endlich umsteuern. Wir brauchen eine Offensive im sozialen Wohnungsbau. Anstatt auf die Bautätigkeit von Investoren zu hoffen, sollte die Stadt Frankfurt endlich öffentliche Wohnungsunternehmen wie die ABG Holding und die Nassauische Heimstätte verpflichten, Sozialwohnungen zu bauen.“
[1] Die Angabe „in den letzten fünf Jahren“ bezieht sich auf die Jahre 2020 bis 2024. Die Zahlen von 2025 liegen noch nicht vor.
