Solidarisches Hausprojekt sichern – „Gündi West“ braucht ein Zuhause

Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen:

Für das Wohnprojekt „Gündi West“ wird schnellstmöglich ein bzw. mehrere geeignete Alternativstandorte gefunden, um dessen dauerhaftes Bestehen zu sichern. Ein nahtloser Umzug wird ermöglicht. Bis dahin wird das Hausprojekt an seinem aktuellen Standort in der Palleskestraße 31–33 geduldet, bis eine geeignete neue Liegenschaft gefunden ist.

Begründung:

Das Hausprojekt „Gündi West“ ist seit vielen Jahren ein Ort des Zusammenkommens, des Austauschs, der Gemeinschaft und der politischen Bildung. Dutzende vormals wohnungs- und obdachlose Menschen haben durch das Projekt nicht nur ein Dach über dem Kopf gefunden, sondern auch viel Solidarität und konkrete Unterstützung erfahren. Diese Menschen hatten auf dem Wohnungsmarkt keine Chance und haben nun ein sicheres Zuhause, in dem sie ein würdevolles Leben führen können. Die „Gündi West“ bietet zudem eine Vielzahl kostenloser und barrierearmer Angebote, wie z.B. Sprachcafés, eine Sozialberatung und kulturelle Veranstaltungen, die viele von Diskriminierung betroffene Menschen in Anspruch nehmen.

Seit Sommer 2023 ist die Initiative im ehemals leerstehenden Betriebshofgelände Palleskestraße 31–33 in Höchst ansässig. Dieser Ort sowie die Zukunft der 40 dort lebenden Personen sind akut gefährdet, da die Initiative den Standort bald verlassen muss. Bereits in zwei Monaten – im April dieses Jahres – droht den ersten Bewohner*innen die Räumung ohne jegliche Alternative. Spätestens im Sommer 2026 muss das Projekt vollständig ausziehen. Eine Alternative ist bisher nicht in Sicht. Es drohen erneute Wohnungslosigkeit, Perspektivlosigkeit und ein deutlicher Verlust an kulturellen Freiräumen. Damit steht die Zukunft dieses Erfolgsmodells auf dem Spiel. Um die wichtigen sozialen Tätigkeiten fortführen zu können, braucht das solidarische Hausprojekt jedoch dringend ein Haus.

Die „Gündi West“ bietet nicht nur lebensnotwendigen Wohnraum für zahlreiche Menschen, sondern auch solidarische Formen der Fürsorge, die über den Stadtteil hinaus ausstrahlen. Die Bereitstellung eines oder mehrerer Alternativstandorte durch die Stadt Frankfurt ist eine notwendige Voraussetzung für den Fortbestand des Projekts. Dazu muss die Stadt zunächst ihre eigenen städtischen Liegenschaften prüfen.

Die Linke im Römer

Dominike Pauli und Michael Müller

Fraktionsvorsitzende

Antragstellende:

Stv. Ayse Dalhoff

Stv. Dominike Pauli

Stv. Daniela Mehler-Würzbach

Stv. Michael Müller

Stv. Monika Christann

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