KEG-Schieflage war absehbar: Aufsichtsrat ist mitverantwortlich

Anlässlich des Ausschusses für Controlling am Montag, den 12. Januar 2026, äußert sich Michael Müller, Fraktionsvorsitzender und finanzpolitischer Sprecher der Fraktion Die Linke im Römer zur Schieflage der Konversions-Grundstücksentwicklungs-GmbH (KEG), die gestern diskutiert wurde:

„Die immensen Liquiditätsprobleme der KEG sind Folge einer völlig unzureichenden Berichterstattung über die Finanzlage und der Untätigkeit des Aufsichtsrats. Ein Anwachsen der Verschuldung, ein negatives Zinsergebnis und der steigende Liquiditätsbedarf wurden zu einer Belastung, von der ein verantwortungsvoller Aufsichtsrat natürlich Kenntnis haben sollte. Die städtischen Aufsichtsratsmitglieder müssen sich vorwerfen lassen, hier viel zu passiv agiert zu haben.“

Die Linke im Römer hatte daher Akteneinsicht gefordert: „Richtig war, dass wir als Linke Einblick in die – aus nicht nachvollziehbaren Gründen – vertraulichen Protokolle der Aufsichtsratssitzungen verlangten. Wenn jetzt die Verantwortung von Teilen der Römer-Regierung auf den ehemaligen Geschäftsführer abgeladen werden sollte, greift dies zu kurz. Die Linke kam im Rahmen der Akteneinsicht zum Schluss, dass es nicht glaubhaft erscheint, dass ein Aufsichtsrat keine Kenntnis von den massiven Liquiditätsproblemen haben konnte.“

Die Gesellschaft musste mit einem millionenschweren Darlehen vor der Insolvenz gerettet werden. Müller weiter: „Die Maßnahmen, mit denen jetzt die KEG saniert werden soll, können jedoch nicht bedeuten, dass der Immobilienbesitz der KEG an Investor*innen verscherbelt wird. Die KEG kann und darf hier nur mit öffentlichen Wohnungsbaugesellschaften ins Geschäft kommen.“

Müller abschließend: „Die Linke fordert eine viel engmaschigere Kontrolle der KEG, bessere Schulungen für die Aufsichtsrät*innen und mehr Transparenz über die Aufsichtsratstätigkeiten. Perspektivisch ist die KEG komplett in öffentliche Hand zu überführen.“

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