Wegschauen ist kein Naturschutz

Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft zu den Baumfällungen im Fechenheimer Wald zeigen, wie dringend Frankfurt einen Kurswechsel im Umgang mit geschützten Waldflächen braucht. Die klimapolitische Sprecherin der Linken, Daniela Mehler-Würzbach, erklärt:

„Dass der Stadtforst an 39 Bäumen auf der CEF-Fläche, die explizit dem Naturschutz dient, angeblich keine schützenswerten Arten festgestellt haben will, obwohl ein Gutachten später in mindestens 19 Fällen das Gegenteil belegte, ist ein Skandal“, so Mehler-Würzbach. „Naturschutz funktioniert nicht nach dem Prinzip: Was man nicht sehen will, zählt nicht.“

Es wurden Brutbäume des streng geschützten Eichenheldbockkäfers und des besonders geschützten Großen Goldkäfers gefällt, ein Verstoß gegen das Naturschutzgesetz. Auch Fledermausquartierbäume und Ruhestätten anderer geschützter Tierarten seien durch das Fällen der Eichen zerstört worden.

Mehler-Würzbach dankt ausdrücklich den Bürgerinitiativen, die die Fällungen dokumentiert, angezeigt und öffentlich gemacht haben: „Ohne dieses Engagement gäbe es bis heute keine Aufklärung. Zivilgesellschaftliche Kontrolle ist unverzichtbar.“

Mehler-Würzbach: „Bevor die Kettensäge angesetzt wird, muss eindeutig und zweifelsfrei geklärt sein, dass der Artenschutz eingehalten wird. Frankfurt braucht Verlässlichkeit beim Artenschutz – nicht erst dann, wenn die Staatsanwaltschaft ermittelt.“

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