Pandora-Papers: Fraports Engagement in Russland stinkt zum Himmel

Die Beteiligung der Frankfurter Flughafengesellschaft Fraport am St. Petersburger Flughafen Pulkowo wird laut aktueller Berichterstattung mit der Vermeidung von Strafmaßnahmen in Verbindung gebracht. Die von den USA und der EU sanktionierte russische Staatsbank VTB soll mit Hilfe von Fraport eine Möglichkeit geschaffen haben, diese Sanktionen zu umgehen.

Dazu Michael MĂŒller, finanzpolitischer Sprecher und Fraktionsvorsitzender der LINKEN im Römer: „Erneut sind Unternehmenskonstrukte öffentlich geworden, welche die zweifelhafte internationale GeschĂ€ftspraxis von Fraport belegen. Bei der Beteiligung am drittgrĂ¶ĂŸten russischen Flughafen Pulkowo muss sich das Unternehmen fragen, mit welchen GeschĂ€ftspartner*innen es eigentlich zusammenarbeitet“.

MĂŒller lobt die investigative Arbeit von etwa 600 Journalist*innen, die im Rahmen der ‚Pandora-Papers‘ die Rolle von Fraport in der verschachtelten Beteiligungsstruktur rund um Pulkowo aufgedeckt haben. Er beanstandet hingegen, dass dies nicht seitens der Aufsichtsgremien geschehen sei. Laut den Recherchen arbeite Fraport mit der russischen Staatsbank VTB zusammen, die ebenfalls Anteilseignerin einer Holding ist, die den russischen Flughafen betreibt und seit 2014 auf der Sanktionsliste der EU und den USA steht.

MĂŒller kritisiert diese Zusammenarbeit und wirft die grundsĂ€tzliche Frage auf: „Stellen die internationalen Flughafenbeteiligungen der Fraport AG tatsĂ€chlich ein seriöses GeschĂ€ftsmodell dar? Wie sich zeigt, ist das eine UnternehmenstĂ€tigkeit, die das Umgehen restriktiver Maßnahmen ermöglicht und oftmals im großen Stil zu Steuervermeidung beitrĂ€gt.“

Es seien dringend Konsequenzen zu ziehen: „Diese fragwĂŒrdigen und undurchsichtigen GeschĂ€fte stinken zum Himmel und mĂŒssen umgehend unterbunden werden. Fraport ist beileibe nicht irgendein Unternehmen, es gehört zu mehr als der HĂ€lfte dem Land Hessen und den Frankfurter Stadtwerken, mithin also der Allgemeinheit zu einem nicht unerheblichen Teil.“

Mit Verweis auf die unmittelbare Notwendigkeit, politisch tĂ€tig zu werden, MĂŒller abschließend: „Wir fordern den Magistrat auf, seinen Einfluss ĂŒber die Stadtwerke Holding auf Fraport geltend zu machen und diese GeschĂ€ftspraxis zu beenden. Wir erwarten eine Stellungnahme des KĂ€mmerers zu diesem Fall.“

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