Einigung beim Glauburgbunker im Nordend: Kein Grund zum Feiern

Zur Einigung beim Glauburgbunker erklĂ€rt Michael MĂŒller, Stadtverordneter der LINKEN aus dem Nordend: „Es ist ein weiterer Beleg fĂŒr die falsche Richtung der Stadtentwicklung in Frankfurt am Main, wenn nun auch am Glauburgbunker ein weiteres StĂŒck Nordend der Gentrifizierung zum Opfer fĂ€llt!“

Baustadtrat Jan Schneider von der CDU gab bekannt, dass die Stadt von dem Investor Delom Wohnbau GmbH dafĂŒr entschĂ€digt wird, eine im Grundbuch verankerte NutzungsbeschrĂ€nkung fĂŒr das BunkergrundstĂŒck sowie ein Wiederkaufsrecht der Stadt fĂŒr umliegende FlĂ€chen aufzuheben. MĂŒller: „Damit hat die Stadt jeglichen Zugriff auf die Nutzung des Areals aufgegeben. Das wird den Investor freuen!“ Nach Abriss des Glauburgbunkers, den viele noch als Standort des Explora-Museums kennen, sollen auf dem GrundstĂŒck eine Tiefgarage, eine kulturelle Nutzung im Erdgeschoss  und Wohnungen entstehen, 30 Prozent davon gefördert.

„Zwei Dinge sind klar: Zum einen wird der Abriss des massiven BunkergebĂ€udes mit immensen BeeintrĂ€chtigungen fĂŒr Anwohner*innen und die angrenzende Schule einhergehen. Zum zweiten werden 70 Prozent der dort geschaffenen Wohneinheiten fĂŒr die meisten unbezahlbar sein. Dass auch noch eine Tiefgararge gebaut wird, ist völlig absurd, wo das Nordend doch bestens an den ÖNPV angeschlossen ist. Gerade in Zeiten des Klimawandels sind Tiefgaragen in den InnenstĂ€dten Ausdruck von rĂŒckwĂ€rtsgewandten Planungen.“

MĂŒller gibt weiterhin zu bedenken: „Der neue EigentĂŒmer des Bunkers ist wahrlich kein Unbekannter, hat er doch auch am Musikantenweg 68, im ehemaligen Oma Rinks Sterntaler, exklusive Eigentumswohnungen gebaut – Preise beginnen dort bei 9.050 Euro pro Quadratmeter. Es ist zu erwarten, dass auf dem Glauburgbunker-Areal Ă€hnliche Wahnsinns-Preise realisiert werden. Vor diesem Hintergrund besteht kein Grund zur Freude fĂŒr die Stadt.“

Weiter meint MĂŒller: „Der Nutzen fĂŒr die Allgemeinheit wĂ€re deutlich grĂ¶ĂŸer, wenn auf dem Areal ein öffentliches Stadtteilzentrum und ausschließlich bezahlbare Wohnungen gebaut worden wĂ€ren. Stattdessen wurde hier eine weitere Chance vertan, um im urbanen Innenstadtbereich eine sozial und ökologisch gerechte Wohnbebauung auf einer bereits versiegelten FlĂ€che zu realisieren. Fraglich bleibt, welche kulturelle Nutzung im Erdgeschoss realisiert wird und was unter einer ‚begrenzten‘ Miete fĂŒr die Nutzung im EG ĂŒberhaupt zu verstehen ist.“

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