„Die Stadtregierung drückt sich davor, klare Haltung gegen rechte Hetze zu zeigen. Damit ist die Koalition aus CDU, SPD, Grünen und Volt nun mit dafür verantwortlich, dass der extrem rechte Comedian und Influencer Nikolai Binner am 6. November im Saalbau Bergen-Enkheim auftritt. Das hätte verhindert werden können und müssen“, erklärt Michael Müller, kulturpolitischer Sprecher der Fraktion Die Linke im Römer.
Die Linksfraktion habe am 24. September 2026 den Magistrat aufgefordert, im Fall Binner aktiv zu werden und die Saalbau GmbH anzuweisen, den bestehenden Mietvertrag aufzukündigen. Müller kritisiert: „Die Regierungskoalition hat es vorgezogen, unseren dringlichen Antrag einstimmig abzulehnen. Der Magistrat kommt hier seiner gesellschaftlichen Verantwortung nicht nach. Anstatt Antisemitismus, Rassismus und Sexismus in städtischen Veranstaltungsräumen einen Riegel vorzuschieben, darf ein Comedian im Saalbau auftreten, der in der Neuen Rechten gefeiert wird.“
Müller: „Die Linke wird nicht aufhören, den Finger in die Wunde zu legen. Für uns ist es nicht hinnehmbar, wenn Nikolai Binner oder andere extrem Rechte in Frankfurt eine Bühne bekommen. Besonders bizarr ist es, dass zur gleichen Zeit die britische Musikerin Momoko Gill – zunächst von einer städtischen Agentur gebucht – kurzfristig vom Jazz Festival am 3. Oktober wieder ausgeladen wird, augenscheinlich wegen ihres Einstehens für Palästina. Wie kann es sein, dass rechter Hass und Hetze Platz haben sollen in Frankfurt während der Wunsch nach Aussöhnung und Frieden im Nahen Osten gecancelt wird? Der Magistrat hält bei der Meinungsfreiheut offensichtlich zweierlei Maß, das völlig verrutscht zu sein scheint.“
