Die Linke im Römer kritisiert die geplante Verleihung des Freiheitspreises der Friedrich-Naumann-Stiftung an Reza Pahlavi am 7. November scharf. Dazu erklärt die diversitätspolitische Sprecherin der Linksfraktion, Mona Waissi:
„Die Paulskirche ist der Ort der deutschen Demokratiegeschichte und kein Ort für die Adelung monarchistischer Machtansprüche. Reza Pahlavi, Sohn des Schahs Ali Reza Pahlavi, hat sich nie von den Gewaltverbrechen der Schah-Diktatur distanziert. Die Geheimpolizei SAVAK hat im Namen seines Vaters gefoltert und gemordet. Wer heute einen Preis an ihn vergibt, verhöhnt die Opfer dieser Gewalt und die Familien der politischen Gefangenen. Pahlavis Befürwortung der Bombardierung des Iran durch die USA und Israel ist mit Werten des Friedens und des Völkerrechts unvereinbar.“
Pahlavi dürfe den Friedenspreis unter keinen Umständen erhalten. Waissi erklärt: „Reza Pahlavi repräsentiert das iranische Volk nicht. Dass er in den sozialen Medien und durch mutmaßliche Bot-Kampagnen als alleiniger Hoffnungsträger inszeniert wird, ersetzt keine demokratische Legitimation. Die Romantisierung der Pahlavi-Zeit ist ein Tritt gegen jede ethnische und religiöse Minderheit im Iran. Die Kurd*innen, die Aserbaidschaner*innen, die Belutsch*innen, die arabische Bevölkerung im Südwesten, sie alle haben unter der zentralistischen und repressiven Politik der Pahlavi-Dynastie gelitten. Wer diese Zeit verklärt, verrät diejenigen, deren Rechte auch nach 1979 nicht gesichert wurden.“
Ein genauer Blick auf den sogenannten Übergangsplan, den Pahlavi nach dem Regime-Sturz vorsieht, offenbare ein autoritäres Staatsverständnis. Waissi kritisiert: „Statt echter demokratischer Beteiligung von unten sieht dieser Plan eine zentralisierte Führungslogik vor. Statt Gewaltenteilung, freie Wahlen und dem Schutz von Minderheiten verspricht das Konzept lediglich Stabilität und Ordnung durch Kontrolle. Das ist kein Übergang zur Demokratie, das ist eine neue Form der Machtkonzentration.“
Waissi abschließend: „Wir fordern die Friedrich-Naumann-Stiftung auf, die Preisverleihung an Reza Pahlavi abzusagen. Die Stadt Frankfurt darf die Paulskirche nicht für Veranstaltungen zur Verfügung stellen, die für die Verklärung der Pahlavi-Diktatur instrumentalisiert werden. Wir stehen solidarisch an der Seite der Protestierenden im Iran, die auf den Straßen für ihre Freiheit kämpfen: für eine demokratische Republik und nicht für die Rückkehr zur Krone.“
