In einer Pressemitteilung vom 21. September hatte die Mainova AG verkündet bereits zum 1. Oktober 2026 die Preise für Fernwärme um knapp fünf Prozent zu erhöhen. Dies kritisiert Alexis Passadakis, Sprecher für Klimagerechtigkeit der Linksfraktion im Römer:
„Diese Preissteigerung zeigt deutlich, dass Frankfurt von einer sozial gerechten Wärmewende weit entfernt ist. Bereits im vergangenen Jahr hat die Mainova AG die Kosten für die Wärmeversorgung um 25 bis 36 Prozent erhöht. Angesichts der angespannten Kaufkraft vieler Haushalte vor dem Hintergrund steigender Lebenshaltungskosten summieren sich die Mehrkosten und bringen die Frankfurter*innen zunehmend an ihre Grenzen. Für ein Mehrfamilienhaus bedeutet dies eine Mehrbelastung von durchschnittlich rund 75 Euro pro Haushalt und Jahr, für ein Einfamilienhaus rund 137 Euro jährlich. Gleichzeitig hat das Unternehmen im Jahr 2025 einen Gewinn von 252 Millionen Euro erzielt. Da stellt sich die Frage: Wie viel der Preissteigerung geht zulasten der Haushalte und Mieter*innen?“ Angesichts der angespannten Wohnsituation brauche es eine andere Politik, fordert Passadakis. Als Mehrheitseignerin müsse die Stadt Frankfurt ihren Einfluss auf die Mainova AG nutzen. Passadakis ergänzt: „Wärme gehört zur öffentlichen Daseinsvorsorge. Wir brauchen transparente Preise, ein kostengünstiges Grundkontingent und eine konsequente Ausrichtung der Mainova AG auf erneuerbare Energien. Statt die Abhängigkeit von fossilem Gas zu verlängern, muss Frankfurt raus aus der Gaskostenfalle.“
Auch die aktuelle Wärmeplanung zeige, dass Frankfurt weiterhin stark auf Gas setze, anstatt den Ausstieg konsequent voranzutreiben. „Das Bündnis Wärmewende, ein Zusammenschluss verschiedener Initiativen und Organisationen, setzt sich für eine soziale, transparente und demokratisch gestaltete Wärmewende ein. Ein vom Bündnis beauftragtes Rechtsgutachten kommt zu dem Ergebnis, dass der städtische Wärmeplan in wesentlichen Punkten nachgebessert werden muss, beispielsweise bei der Auswahl und dem Vergleich der Zielszenarien der Wärmeplanung bis 2045 sowie bei Energieeinsparung und Energieeffizienz. Eine Perspektive für die Stilllegung und den Rückbau des Gasnetzes fehlt ebenfalls.“ So betont Passadakis: „Die Wärmewende muss schneller vorankommen, ohne die Kosten einseitig auf die Haushalte abzuwälzen.“
Passadakis abschließend: „Die Linksfraktion im Römer stellt sich hinter die Forderungen der Initiative. Die Wärmewende gelingt nur mit beschleunigter Sanierung, aktiver Beratungsarbeit und der konsequenten Nutzung von Abwärme und erneuerbaren Energien. Für die Mainova AG muss das bedeuten: Weg vom fossilen Erdgas, hin zu einer gemeinwohlorientierten Wärmeversorgung! Eine soziale und klimagerechte Transformation darf nicht auf dem Rücken von Mieter*innen ausgetragen werden.“
