Magistrat gibt zu: Klimaanlage in Geflüchtetenunterkunft bleibt seit drei Jahren trotz Hitze aus

Im Rahmen der schriftlichen Beantwortung einer Anfrage der Linksfraktion gibt der Magistrat zu, Kenntnis über die anhaltende und absichtliche Nichtinbetriebnahme funktionierender Klima- und Jalousieanlagen in einer Übergangsunterkunft des Arbeiter-Samariter-Bundes (kurz: ASB) zu haben. Deniz Avan, wohnungspolitischer Sprecher der Linken im Römer, erklärt:

„Dass funktionierende Klima- und Jalousieanlagen in einer Übergangsunterkunft mit Südseite auf den Stockwerken ausgestellt wurden, in welchen Geflüchtete und andere Schutzbedürftige beherbergt sind, ist unverantwortlich. Dass separate Klimaanlagen im obersten Stockwerk der Unterkunft, nämlich dort, wo die Verwaltung ihre Räumlichkeiten hat, selbstverständlich genutzt wurden, ist eine nicht hinnehmbare Ungleichbehandlung“, kritisiert Avan. Während des Rekordsommers 2026 seien die Bewohner*innen somit wohlwissentlich und völlig vermeidbar der unerträglichen Hitze ausgesetzt worden. „Dass der Magistrat nun zugibt, von diesen, seit 2023 fortlaufenden Vorgängen zu wissen, zeigt, welchen Stellenwert der gleichberechtigten Behandlung schutzbedürftiger Menschen beigemessen wird.“

Avan abschließend: „Der Umstand, dass nun seit drei Jahren den Bewohnenden der Unterkunft der Zugang zu Klima- und Jalousieanlagen verwehrt wurde, während die Führungsetage diese nutzen konnte, verlangt nach Konsequenzen. Wir als Linke im Römer fordern die sofortige und dauerhafte Inbetriebnahme der Jalousieanlagen und eine Inbetriebnahme der Klimaanlagen in den Sommermonaten in allen Räumlichkeiten der Unterkunft in der Seilerstraße. Des Weiteren fordern wir eine lückenlose Aufklärung darüber, aufgrund welcher Überlegungen es dazu kommen konnte, dass die Bewohnenden wissentlich extremen Temperaturen ausgesetzt wurden. Geflüchtete, die sowieso schon unter belastenden Umständen in einer Gemeinschaftsunterkunft leben müssen, müssen vor Hitze geschützt werden. Eine funktionierende Klimaanlage bewusst nicht zu benutzen, ist rücksichtlos.“

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