Anlässlich des Berichts des Magistrats (ST 1151/26) und der Antwort auf die Anfrage der Linksfraktion (F 263/26) kritisiert Alexis Passadakis, Sprecher für Städtebau der Fraktion die Linke im Römer, die Absage der Nutzung der leerstehenden Immobilie Am Erlenbruch 94:
„Das Lokal Am Erlenbruch 94 wurde Mitte der 1920er Jahre als Gastronomie gebaut und fast 100 Jahre lang als solche genutzt. Es ist ein Armutszeugnis für die ABG Holding, die Eigentümerin der leerstehenden Gaststätte, dass lediglich Kostengründe für eine notwendige Sanierung eine weitere gastronomische Nutzung verhindert. Dass die ABG, die 2024 95,8 Millionen Euro an Überschüssen erzielt hat, nicht in der Lage sein soll, solche geringfügigen Investitionen zu stemmen, ist nicht vermittelbar. Seit drei Jahren steht das Gebäude leer, während für das Pilotprojekt ‚Stadtteilküche im Riederwald‘ dringend Räume gesucht werden. Diese Absage an das Projekt erfolgt aus fadenscheinigen Gründen, denn Kostengründe anzuführen zeugt von mangelhaftem politischem Willen. Eine denkmalkonforme Sanierung ist möglich und die ABG darf sich hier nicht aus der Verantwortung stehlen.“
Passadakis ergänzt: „Es wäre ein Treppenwitz, wenn denkmalschutzrechtliche Bedenken bei einer neuen Lüftungsanlage genau die originäre Funktion des Gebäudes – nämlich Gastronomie – unmöglich machen sollen. Der Riederwald braucht an dieser Stelle keine weiteren Ladenlokale, sondern einen gemeinwohlorientierten Ort der Begegnung. Es ist wichtig, dass das Gebäudeensemble denkmalgeschützt ist. Dies darf aber die soziale Entwicklung des Stadtteils nicht blockieren. Lüftungsanlagen sind keine Raketenwissenschaft, deshalb muss es möglich sein, eine technisch umsetzbare Lösung zu finden. Die Stadt Frankfurt und die ABG Holding müssen sich zusammen an den Tisch setzen, um eine Variante zu erarbeiten, die Denkmalschutz, Ausstattungsanforderungen und Hygienevorschriften zusammenbringt. Die ABG muss sich mehr anstrengen.“
Die Linksfraktion hatte in den Haushaltsverhandlungen erreicht, dass 500.000 Euro für ein bundesweit einmaliges Pilotprojekt einer kommunal finanzierten Stadtteilküche im Haushalt 2026 verankert werden konnten. Die Linke im Römer hat außerdem den Antrag „Leerstand beenden – Pilotprojekt ‚Stadtteilküche‘ im Riederwald endlich Realität werden lassen“ gestellt, der am 22.09. im Ausschuss für Planen, Wohnen und Städtebau diskutiert wird.
