Die Frankfurter CDU vollzieht bezüglich der Kritik zum anstehenden Konzert des rechtsextremen kroatischen Sängers Marko Perković „Thompson“ innerhalb weniger Tage eine Kehrtwende. Dazu erklärt Daniela Mehler-Würzbach, Fraktionsvorsitzende der Linken im Römer:
„Am Freitag warnte die CDU noch selbst vor der Verharmlosung extremistischer Ideologien in der Jahrhunderthalle. Jetzt soll eine ‚vertiefte Prüfung‘ ergeben haben, dass es keinen Grund mehr für eine Absage gibt. Im Zuge dieser Neubewertung verweist die CDU unter anderem auf die Zusicherung des Veranstalters gegenüber der CDU-Stadtverordneten Anita Akmadža, bestimmte beanstandete Lieder aus den 1990er Jahren nicht zu spielen. Das greift viel zu kurz. Thompsons Ustaša-Bezüge beschränken sich weder auf einzelne Lieder noch auf die 1990er Jahre. Der Ustaša-Gruß ‚Za dom spremni‘ gehört bis heute zur Inszenierung seiner Konzerte und wird auch von Teilen seines Publikums skandiert. Eine unverbindliche Zusicherung des Veranstalters, einzelne Lieder vom Programm zu nehmen, löst dieses Problem nicht.“
Mehler-Würzbach weiter: „Bemerkenswert ist zudem, dass sich parallel zur Neubewertung der CDU auch der Kroatische Weltkongress Deutschland öffentlich in die Debatte eingeschaltet hat. Auch personell gibt es Verbindungen zwischen dem Verband und der Frankfurter CDU. Angesichts dieser Konstellation und des abrupten Kurswechsels wäre es angemessen, wenn die CDU transparent macht, worin ihre angekündigte ‚vertiefte Prüfung‘ bestand und mit wem sie dazu gesprochen hat.“
Die Haltung der Linksfraktion bleibe klar, so Mehler-Würzbach abschließend: „Das Konzert darf nicht stattfinden. Die Kritik an Thompson ist keine Kritik an Kroatien oder an Menschen kroatischer Herkunft. Sie richtete sich gegen die Normalisierung faschistischer Bezüge und die Verherrlichung nationalistischer Ideologien. Diese verschwinden nicht dadurch, dass einzelne Lieder von einer Setlist gestrichen werden.“

