Am heutigen Donnerstag, dem 20. August 2026, beginnt der Vorverkauf für ein Konzert des kroatischen rechtsextremen Musikers Marko Perković Thompson. Es soll am 13. November 2026 in der Frankfurter Jahrhunderthalle stattfinden. Dazu erklären Benjamin Aličić, Stadtverordneter der Linken im Römer, und Daniela Mehler-Würzbach, Fraktionsvorsitzende der Linken im Römer:
„Mit Faschismus macht man keine Geschäfte. Thompson steht seit Jahren wegen nationalistischer und faschistischer Symbolik bei seinen Auftritten in der Kritik. Sein Lied ‚Bojna Čavoglave‘ beginnt beispielsweise mit den Worten ‚Za dom spremni‘, dem Gruß der faschistischen Ustaša-Regierung“, so Aličić. „Die Ustaša war für die systematische Verfolgung und Ermordung von Serb*innen, Juden*Jüdinnen, Rom*nja und Sinti*zze sowie politischen Gegner*innen verantwortlich. Zudem finden sich in Thompsons Werken immer wieder Bezüge zur Vorstellung eines sogenannten ‚Großkroatiens‘. Diese Ideologie steht historisch für Gebietsansprüche gegenüber Bosnien und Herzegowina und ist untrennbar mit einer Politik verbunden, die die bosniakische Bevölkerung verdrängen will und ihre eigenständige politische und nationale Existenz leugnet.“
„Jemandem, der so eine Ideologie romantisiert und vertritt, darf keine Bühne gegeben werden“, erklärt Mehler-Würzbach. „Die Jahrhunderthalle wird privat betrieben. Aber Privateigentum entbindet niemanden von gesellschaftlicher Verantwortung. Wer einem Künstler mit diesen politischen Bezügen eine Bühne vor Tausenden Menschen zur Verfügung stellt und durch Ticketverkäufe profitiert, trifft keine neutrale geschäftliche Entscheidung. Antifaschismus endet nicht vor den Türen einer privat betriebenen Konzerthalle. Die Verantwortlichen der Jahrhunderthalle können heute entscheiden, was für sie schwerer wiegt: Die Akquirierung von Profiten oder die Verantwortung, faschistischer Symbolik und ethno-nationalistischem Hass keine Bühne zu geben.“
Aličić abschließend: „Gerade die Stadt Frankfurt lebt davon, dass hier Menschen unterschiedlichster Herkunft, Religionen und Lebensgeschichten zusammenleben. Viele von ihnen oder ihre Familien haben selbst Faschismus, Nationalismus, Krieg und Vertreibung erlebt. In einer solchen Stadt darf kein Platz für Faschismus sein, egal, unter welcher Nationalflagge er auftritt. Wir als Linksfraktion fordern deshalb die Betreiber*innen der Jahrhunderthalle auf: Stoppen Sie den Vorverkauf. Sagen Sie das Thompson-Konzert ab. Denn Faschismus hat keinen Platz in Frankfurt am Main.“

