Anlässlich der Mainova-Hauptversammlung am 1. Juli 2026, äußert sich Alexis Passadakis, Stadtverordneter der Fraktion Die Linke im Römer:
„Im letzten Jahr wurden die Fernwärmepreise massiv erhöht, zwischen 25 und 36 Prozent. Damit zeigt die Mainova, dass mit ihr eine soziale Wärmewende nicht möglich ist. Der Gewinn im Geschäftsjahr 2025 von über 70 Millionen Euro allein im Bereich der Fernwärme wirft die Frage auf: Wurde auf dem Rücken von Mieter*innen maximaler Profit eingefahren? Und das, obwohl die Wohnkosten in Frankfurt sowieso schon sozialer Sprengstoff sind. Auf die Anfrage, wie hoch der Gewinn ohne Erhöhung gewesen sei, hat die Mainova bis heute nicht geantwortet. Transparenz? Fehlanzeige. Damit wird aktiv die rasch notwendige Wärmwende delegitimiert.“
Passadakis weiter: „Anstatt das Vorgehen zu unterstützen, darf die Stadt Frankfurt als Hauptanteilseignerin der Mainova den Vorstand nicht entlasten, sondern muss einen Strategiewechsel der Mainova hin zu 100 Prozent erneuerbaren Energien und einer sozialen Preisgestaltung durchsetzen. Die Ankündigung der Mainova beim neuen Gaskraftwerk künftig auf grünen Wasserstoff zu setzen, ist ein Heiße-Luftschloss, denn die Verfügbarkeit dieses Brennstoffs ist äußerst zweifelhaft. Die Folge: eine Verlängerung der Abhängigkeit von fossilem Gas. Das wird die Mieter*innen in eine unkalkulierbare Kostenfalle führen.“
Passadakis kritisiert: „Angesichts der Hitzewelle der vergangenen Tage ist es eine Katastrophe, dass Ende des Jahres auf dem Gelände des HKW West das neue Gaskraftwerk ans Netz geht. Während des offensichtlichen Klimakollapses verlängert die Mainova das Zeitalter des fossilen Gases. Notwendig ist die Abschaltung der beiden Gasturbinen und ein klar terminierter und rascher Rückbau des mit dem Kraftwerk verbundenen Dampfwärmenetzes. Die Stadtverordnetenversammlung hat wiederholt beschlossen, bis 2035 klimaneutral werden zu wollen. Der jetzige Kurs der Mainova ignoriert diesen Beschluss vollkommen.“
